Eisschnelllauf-DM Friesinger zum Dritten
Erfurt - Friesinger siegte in 1:16,05 Minuten und lag damit deutlich vor der Erfurter Lokalmatadorin Pamela Zoellner (1:19,89) und ihrer Teamkollegin Judith Hesse (1:20,07). Den Rekord hält aber weiterhin Jennifer Rodriguez aus den USA mit 1:15,52 Minuten.
"Dieses Wochenende ist super gelaufen. Das viele harte Training hat sich ausgezahlt, und ich weiß jetzt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Friesinger. Und das scheint auch beim Streit mit den Verantwortlichen in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) der Fall zu sein. Nach teilweise harter Kritik an der Verbandsreform und ihrer Drohung, künftig auf Starts im Team zu verzichten, schlug sie versöhnlichere Töne an. " Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander. Diese Sache belastet mich. Wir werden ganz sicher eine Lösung finden und das Ganze in Ruhe intern regeln." Trotzdem fordert Friesinger, die Anfang des Jahres noch über ein Karriereende nachgedacht hatte, weiterhin mehr Fördermittel für ihr neues Trainingsteam.
"Ich bin jetzt viel ruhiger am Start, einfach gelassener. Das hat mir Gianni beigebracht", sagte Friesinger und dankte so ihrem neun Coach Gianni Romme. Ein weiterer Grund für ihre bestechende Form sei die Kurventechnik, an der sie verstärkt gefeilt hat. "Die Kurve ist mein großes Potenzial, und dieses Potenzial habe ich wiederentdeckt. Nach vielen Stürzen hatte ich oft Angst, mit voller Power durch die Kurve zu fahren. Diese Angst ist nun weg", meinte Friesinger, gegen die wohl auch Claudia Pechstein chancenlos gewesen wäre. Die Titelverteidigerin aus Berlin fehlte in Erfurt wegen eines Infekts. Auch ihr Start beim Weltcup-Auftakt am kommenden Wochenende in Heerenveen ist fraglich.
mac/sid/dpa