Eisschnelllauf Friesinger geht auf Konfrontationskurs
Berlin - "Mein großer Traum ist ein Privatteam in Deutschland. Ein Team mit einem professionellen Aufbau, ähnlich wie die Holländer, nur noch perfekter", erklärte Anni Friesinger in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Einen Tag nach ihrer Wahl zu Deutschlands zweitbester Sportlerin des Jahres hinter Schwimm-Weltmeisterin Hannah Stockbauer griff die fesche Inzellerin, die in diesem Jahr schon acht Weltcuprennen gewonnen hat und auf vier Strecken als Medaillenkandidatin für die Olympischen Winterspiele gilt, den deutschen Verband heftig an.
"Das ganze ist absurd. Das Geld im Verband wird überall knapp, in der Nachwuchsarbeit zum Beispiel. Wenn das nicht besser wird, geht alles den Bach runter. Und darum kann ich nicht verstehen, warum sie mein Angebot nicht angenommen haben. So ein Angebot kriegst du nicht oft im Leben. Wenn die im Verband so weitermachen, dann werden sie schon sehen, was passiert. Selbst schuld", meinte Anni Friesinger.
Verband lehnte Beteiligung an den Einnahme ab
Die DESG, die momentan ohne Hauptsponsor dasteht, hatte ihr zu
Saisonbeginn zusätzliche Werbeflächen auf dem Laufanzug versagt, für
die zwei Firmen aus der Wirtschaft rund eine halbe Million Mark
geboten hatten. Friesingers Manager hatte angeboten, den Verband an
diesen Einnahmen prozentual zu beteiligen.
Auch in Sachen Teamgeist konstatierte Friesinger Defizite in der
deutschen Auswahl. "Es gibt mehrere Lager. Das Teamgefühl ist bei uns
nicht sehr groß, weil wir nur einen Bundestrainer haben und auch
nicht miteinander trainieren. Hier ist Berlin, da Erfurt, da
Chemnitz, da Inzell, da Grefrath. Aber jetzt weiß ich ja, wann ich
schweigen muss, damit ich mir nicht die Zunge verbrenne. Das ist so.
Leider", meinte sie in Bezug auf ihre Kritik vom März, als sie die
Trainingsmethoden in ostdeutschen Zentren angegriffen hatte und dafür
hart kritisiert wurde.
Männliche Fangemeinde darf wieder hoffen
Zugleich gibt es wieder Hoffnung für die männliche Fangemeinde der Eisschnellläuferin. Friesinger bestätigte die Trennung von ihrem niederländischen Freund Ids Potsma und kündigte neue erotische Fotos an, wie sie bereits im "Stern" zu sehen waren. "Es wird weitere erotische Fotos geben, aber ohne nackte Brust und Schambereich. Das ist meine Privatsache", sagte sie der "Bild am Sonntag".
Auf die in der kommenden Woche stattfindenden deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Erfurt (27./28. Dezember) wird Friesinger verzichten, um sich besser auf die Saisonhöhepunkte (Salt Lake City, Allround-WM in Heerenveen) konzentrieren zu können.