Eisschnelllauf: Traumhaftes Damen-Trio - DER SPIEGEL
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Eisschnelllauf Traumhaftes Damen-Trio

Die deutschen Eisschnellläuferinnen haben am Samstag in Calgary für den zweiten Dreifacherfolg dieser Weltcup-Saison gesorgt. Über 1500 Meter stellte die Berlinerin Claudia Pechstein dabei mit 1:56,28 Minuten einen deutschen Rekord auf.
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Calgary - Claudia Pechstein hat beim Rekord-Festival in Calgary das deutsche "Traum-Trio" zum zweiten Dreifach-Erfolg in der Weltcup-Saison der Eisschnellläufer geführt. Über 1500 m verwies die Doppel-Olympiasiegerin aus Berlin mit deutschem Rekord von 1:56,28 Minuten ihre Dauerrivalinnen Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt) und Anni Friesinger (Inzell) auf die Plätze. Sowohl die Rekord-Weltmeisterin aus Thüringen wie auch die frisch gekürte Europameisterin liefen in 1:56,72 bzw. 1:56,78 persönliche Bestzeiten. Claudia Pechstein verpasste beim sechsten Weltcup-Erfolg ihrer Karriere den Weltrekord der Niederländerin Annamarie Thomas nur um 0,78 Sekunden.

"Eine Glanzleistung unserer Damen. Sie haben ihre führende Rolle in der Welt weiter unter Beweis stellen konnten", freute sich Chefcoach Helmut Kraus über den zweiten «Dreier» nach dem 5 000-m-Resultat von Heerenveen. Damit bleiben die Deutschen auf den Lang-und Mittelstrecken in diesem Winter unbesiegt. Auf der 1500 m-Distanz hatten zuvor Niemann (Inzell) und Friesinger (Heerenveen) die bisherigen Rennen gewonnen. Im Weltcup rangiert nach drei von fünf Wettkämpfen Gunda Niemann (212) knapp vor Anni Friesinger (206), Claudia Pechstein (178) schob sich auf den fünften Rang.

Indes hat ihre Vereinskollegin Monique Garbrecht nach dem 500-m-Finale der Sprinter ihren ersten Cup-Gewinn auf dieser Distanz perfekt gemacht. In Calgary wurde die Weltmeisterin in 38,24 Sekunden Fünfte und hatte in der Endabrechnung einen Riesen-Vorsprung von 147 Punkten auf die Calgary-Siegerin Tomomi Okazaki (Japan/38,02). Am späten Sonntag versucht die Berlinerin, ihr erstes Weltcup-Double mit dem Gewinn des 1000-m-Weltcup perfekt zu machen. Damit hätte sie in dieser Saison mehr als 30.000 Dollar Preisgeld verdient.

Trotz seiner bislang schlechtesten Weltcup-Platzierung des Winters hatte auch Michael Künzel Grund zum Jubel. Der Berliner holte sich in 35,54 Sekunden den deutschen Rekord von Christian Breuer (Grefrath) zurück, der im Vorjahr an gleicher Stelle 35,68 gesprintet war. Künzel landete aber trotz Bestmarke nur auf dem 13. Platz und rutschte im Gesamtklassement noch auf den neunten Rang ab.

Den Glanzpunkt des ersten Tages setzte auf dem heimischen "Sahneeis" der Kanadier Jeremy Wotherspoon, der in 34,63 im Duell mit Olympiasieger Hiroyasu Shimizu seinen Weltrekord um 0,13 drückte. Der Japaner, der in 9,41 die ersten 100 m noch schneller angegangen war, stürzte in der ersten Kurve und gab den mit 10.000 Dollar dotierten Gesamtsieg noch aus der Hand. Wotherspoon dominierte somit zum dritten Mal auf der 500-m-Strecke.

Völlig überraschend kam der zweite Weltrekord des Tages durch den Niederländer Jakko Jan Leeuwangh, der über 1.500 m in 1:45,56 die Bestmarke des norwegischen Olympiasiegers Adne Söndral (1:46,43) um fast eine Sekunde verbesserte. Dabei war der eigentliche Sprinter Leeuwangh nur als Ersatz aufgeboten worden, weil Doppel-Olympiasieger Gianni Romme kurzfristig auf den Start verzichtet hatte. Christian Breuer wurde in 1:48,61 Neunter.