Ellbogencheck mit Folgen: Haftstrafe für Eishockeyprofi - DER SPIEGEL
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Ellbogencheck mit Folgen Haftstrafe für Eishockeyprofi

Es kommt in jedem Spiel dutzende Male vor: Ellbogenchecks gehören beim Eishockey zum guten Ton. In der Schweiz ist jetzt ein Spieler nach einem folgenschweren Armhieb zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Schon fürchten Funktionäre, das Modell könnte Schule machen.
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Zürich - Wegen eines brutalen Fouls in der Schweizer Eishockey-Meisterschaft musste sich der US-Profi Kevin Miller vor Gericht verantworten. Der 40-Jährige wurde vom Bezirksgericht Zürich der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig befunden und zu drei Monaten Gefängnis plus der Zahlung von umgerechnet rund 6500 Euro verurteilt. Die Strafe wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Millers Vergehen liegt bereits knapp fünf Jahre zurück. Der damalige Legionär des HC Davos hatte am 31. Oktober 2000 im Punktspiel gegen ZSC Lions den Kanadier Andrew McKim mit einem Ellbogenschlag in den Nacken aufs Eis geschickt. Der heute 35-Jährige zog sich dabei ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Verstauchung der Halswirbelsäule zu. Der kanadische WM-Topscorer von 1995 leidet seither an Schwindelgefühlen und Konzentrationsstörungen. Dafür machte das Züricher Gericht Miller zu 100 Prozent schadensersatzpflichtig.

Die Höhe dieser Kosten soll in einem Zivilgerichtsverfahren ermittelt werden. Der Verein sieht das Urteil als große Gefahr für den Eishockeysport und auch andere Mannschaftssportarten. Die Davoser argumentieren, dass "in der Hitze des Gefechts" ähnliche Fouls jedem Spieler täglich unterlaufen könnten.