Engelberg: Martin Schmitt schlägt zurück - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Engelberg Martin Schmitt schlägt zurück

Martin Schmitt ist nach der Vierschanzen-Tournee erfolgreich wieder in Weltcup-Alltag eingestiegen. Den Wettkampf im schweizerischen Engelberg gewann er souverän und verteidigte damit seine Führung im Gesamtweltcup.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Engelberg - Martin Schmitt ist mit seinem fünften Saisonsieg eine überzeugende Tournee-Revanche gelungen. Zwei Tage nach dem dritten Platz bei der Vierschanzentournee deklassierte er in Engelberg/Schweiz die Weltelite mit zwei Durchgangs-Bestweiten von 127 und 125 Metern sowie 258,1 Punkten. 14,1 Zähler dahinter verwies der Finne Janne Ahonen (244,0 Punkte/125,5+119,5 Meter) den nach drei Siegen im Jahr 2000 erstmals geschlagenen Tournee-Sieger Andreas Widhölzl (Österreich/242,1/124,5+120) auf Rang drei. "Ich bin froh, dass das Gefühl beim Springen wieder da ist. Der Sieg tut sehr gut, die Tournee ist abgehakt. Ich fühle mich nach dem ganzen Stress wieder entspannter, besser, und es klappt einfach wieder", erklärte Schmitt nach dem 15. Weltcup-Sieg seiner Karriere und lächelte befreit. Der Doppel-Weltmeister stockte mit 50.000 Mark Preisgeld nicht nur sein Saisonkonto auf 450.000 Mark auf, sondern baute auch seine Führung im Gesamtweltcup mit 924 Punkten auf Widhölzl (790) und Ahonen (606) aus. Im Duell gegen Widhölzl hat Schmit nach Siegen jetzt gleichgezogen (5:5). Am Sonntag (ab 13.15 Uhr, live in RTL) findet in Engelberg ein weiteres Weltcup-Springen statt. Nachdem Schmitt den Tournee-Frust "mit ein paar Gläsern Sekt" runtergespült hatte, legte er sich am Freitagabend früh ins Bett: "Ich habe ausgeschlafen, bin aufgestanden und habe mich wieder sehr gut gefühlt. Auch die wechselnden Windverhältnisse konnten mich nicht verrückt machen. Jetzt habe ich auch noch Kraft für das nächste Springen." Am Vorabend des Sieges hatte es zudem eine Aussprache mit Bundestrainer Reinhard Heß gegeben: "Martin hat die Tournee nach einem sachlichen Gespräch abgehakt und neuen Mut gefasst. Er hat die Korrekturen glänzend umgesetzt und zwei Topsprünge gezeigt. Martin ist wieder der Alte, auch wenn er wie der Rest des Teams schon ziemlich platt ist." Hinter dem in der Schweizer Einöde regelrecht befreit wirkenden Schmitt konnte diesmal auch der "Rest" des Teams überzeugen. Bei extrem wechselnden Windverhältnissen schafften Michael Uhrmann (Rastbüchl/213,7 Punkte/122,5+109 Meter) und Gerd Siegmund (Oberhof/209,7/120+109) auf den Plätzen zehn und zwölf jeweils ihr bestes Saisonresultat. Der Tournee-Vierte Sven Hannawald (Hinterzarten/208,8/112+116,5) war dagegen mit Rang 13 nicht zufrieden und haderte mit dem wechselnden Wind. Hansjörg Jäkle (Schonach) landete auf Rang 21, während Team-Weltmeister Christof Duffner (Schönwald) nach Platz 30 nun endgültig eine Weltcup-Pause verordnet bekommen soll.