Klitschko-Sieg gegen Solis: Promoter-Eklat rundet Skandalkampf ab
Erfolgreiche Titelverteidigung Klitschko siegt durch Blitz-K.o. gegen Solis
Hamburg - Kurzes Vergnügen für die 19.000 Zuschauer in Köln: Schwergewichtsweltmeister Vitali Klitschko besiegte den Kubaner Odlanier Solis durch technischen K.o. bereits in der ersten Runde und verteidigte erfolgreich seinen WBC-Titel.
"Ich bin enttäuscht, weil wir nur eine Runde von zwölf gesehen haben. Aber nach dem Volltreffer wollte er nicht mehr weiterkämpfen", sagte Klitschko, der beim Interview mehr Mühe hatte, gegen das Pfeifkonzert anzukämpfen als vorher mit dem Gegner. "Ich habe mir beim Fallen weh getan, ich habe mich verletzt. Das war Pech, aber das sind Dinge, die passieren nun mal leider", sagte Solis, den Tränen nahe: "Es wird mich viel Zeit kosten, bis ich das verkraftet habe, denn ich bin Niederlagen normalerweise nicht gewohnt."
Durch die geglückte Titelverteidigung hält Klitschko den Titel des WBC seit drei Jahren und baute seine Erfolgsserie auf 42 Siege in 44 Kämpfen aus. Es war bereits das 14. WM-Duell des 39-jährigen Ukrainers. Der an Nummer eins des Verbandes gesetzte Solis musste nach 17 Siegen die erste Niederlage seiner Profikarriere hinnehmen.
Der 15 Zentimeter größere Klitschko sorgte mit einer Rechten an die Schläfe des Olympiasiegers Sekunden vor Schluss der ersten Runde für die frühzeitige Entscheidung. Solis knickte beim Fallen weg und verdrehte sich noch das rechte Knie. Bis dahin lieferte er einen engagierten Kampf. Sein Manager Ahmet Öner sprach später von einem Riss des Kreuzbandes, Solis solle sofort in einer Kölner Klinik operiert werden.
Klitschko hatte seinen Herausforderer vor dem Kampf als den stärksten Rivalen seit seiner Niederlage gegen den Briten Lennox Lewis vor acht Jahren bezeichnet, zugleich aber einen K.o. versprochen. Solis war der zweite bei Manager Ahmet Öner unter Vertrag stehende Kubaner, der gegen den Ukrainer den Kürzeren zog. Zwei Jahre zuvor war der frühere Cruisergewichtsweltmeister Juan Carlos Gomez an Klitschko gescheitert.
Dem 30-jährigen Solis nutzte auch die akribische Vorbereitung im spanischen Höhentrainingslager nichts. Mit 112 Kilogramm hatte er das zweitniedrigste Kampfgewicht seiner vierjährigen Profikarriere erreicht. Zwischenzeitlich wog er 136 Kilogramm.