Erhard Wunderlich: Titel, Tore, Trauer
Krebsleiden Handball-Legende Erhard Wunderlich ist tot
Hamburg - Erhard Wunderlich ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Der ehemalige Handball-Nationalspieler erlag nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd im St. Hildegardis Krankenhaus in Köln seinem Krebsleiden. Das bestätigten seine Frau Pia der dapd und der ehemalige Nationaltrainer Heiner Brand der dpa. "Ich bin sehr betroffen", sagte Brand. "Er hat gekämpft wie ein Löwe", sagte seine Frau der Kölner Tageszeitung "Express".
Wunderlich spielte zwischen 1976 und 1986 für die deutsche Nationalmannschaft und warf in 140 Partien über 500 Tore. Im Alter von 21 Jahren wurde er 1978 Weltmeister. "Ich bin schockiert und tief betroffen. Das ist eine Katastrophe", sagte der damalige Bundestrainer Vlado Stenzel, "für mich war Erhard einer der großen Handballstars der Welt."
In der Bundesliga wurde er als Profi des VfL Gummersbach 1981/1982 und 1982/1983 Torschützenkönig. Er gewann mit Gummersbach zahlreiche nationale und internationale Titel. Wunderlich krönte seine Titelsammlung mit dem Club 1983 mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister und der Europameisterschaft der Vereinsmannschaften.
Dreimal mit dem "Silbernen Lorbeerblatt" ausgezeichnet
Anschließend wechselte er nach Barcelona, ein Jahr später kehrte er nach Deutschland zum TSV Milbertshofen zurück. Seine letzte Station war der VfL Bad Schwartau.
"Wunderlich ist für uns das, was Franz Beckenbauer für den Fußball ist", sagte Handball-Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann, als Wunderlich 2004 mithalf, die Sportart wieder nach vorne zu bringen.
Wunderlich bekam in seiner Karriere diverse persönliche Auszeichnungen: 1981 und 1982 wurde er in Deutschland zum "Handballer des Jahres" gewählt, 1999 zudem als "Handballspieler des Jahrhunderts" ausgezeichnet. 1978, 1983 und 1984 erhielt er die höchste sportliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, das "Silberne Lorbeerblatt".