Fotostrecke: Clijsters' perfekter Start ins Tennisjahr
Erster Grand-Slam des Jahres Clijsters ist die Königin von Melbourne
Hamburg - Kim Clijsters ist wieder da, wo sie hin will: an der Weltspitze im Damen-Tennis. Nicht im Vorübergehen, aber am Ende doch im Stile einer Spitzenspielerin, setzte sich die Belgierin im Finale der gegen die chinesische Außenseiterin Li Na 3:6, 6:3, 6:3 durch. Mit ihrem ersten Sieg in Melbourne und ihrem insgesamt vierten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier verbesserte sich Clijsters in der am Montag aktualisierten Weltrangliste auf Platz zwei hinter der führenden Dänin Caroline Wozniacki.
Nach 2:05 Stunden riss Clijsters die Arme in die Höhe. Dann schossen ihr Freudentränen in die Augen. Seit ihrer Babypause im Sommer 2009 gewann sie im selben und im darauffolgenden Jahr bereits zweimal die US Open und stand Ende 2010 im Jahresfinale der WTA in Abu Dhabi.
"Brian, du bist der Fels hinter mir", sagte Clijsters bei der Siegerehrung zu ihrem Ehemann Brian Lynch, "Du bist der Grund, warum ich das alles tun kann. Ich liebe dich." Auch mit dem australischen Publikum tauschte sie Freundlichkeiten aus: "Jetzt dürft ihr mich endlich doch Aussie-Kim nennen, weil ich den Titel gewonnen habe." Während ihrer früheren Beziehung mit dem australischen Tennisprofi Lleyton Hewitt hatten sie die Fans ins Herz geschlossen.
Ihre Gegnerin hatte bereits vor dem Finale Tennisgeschichte geschrieben. Als erste Chinesin schaffte es Li ins Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Ihre deutsche Viertelfinalgegnerin Andrea Petkovic hatte ihr im Vorfeld sogar den Sieg zugetraut. Und auch Clijsters lobte ihre Kontrahentin: "Li ist eine ganz starke Gegnerin, ich hoffe, wir werden noch ein paar Finals bei Grand Slams spielen." Ab Montag steht die Chinesin in der Weltrangliste auf Platz sieben.
13 Breaks in drei Sätzen
Zeitweilig sah es vor 15.000 Zuschauer in der Rod Laver Arena sogar nach einer kleinen Sensation aus. Nach 0:2-Rückstand drehte Li den ersten Satz und gewann 6:3. Beide Spielerinnen hatten Probleme bei eigenem Aufschlag, 13 Breaks waren die Folge.
Clijsters kam überhaupt nicht ins Spiel, produzierte einen Leichtsinnsfehler nach dem anderen. Auch im zweiten Satz lief es zunächst nicht gut für die 27-Jährige. Zwei Breaks konterte Li jeweils mit einem Rebreak und ging zwischenzeitlich sogar 3:2 in Führung.
Anschließend brachte Clijsters jedoch ihren Aufschlag durch und wurde fortan mutiger. Ihre Dominanz gegen Ende des zweiten Satzes nahm sie mit in den entscheidenden dritten Durchgang. Clijsters leistete sich immer weniger Fehler, im dritten Satz unterliefen ihr nur fünf sogenannte "Unforced Errors". Li konnte ihre Gegnerin hingegen immer weniger unter Druck setzen und geriet schnell 1:4 in Rückstand.
Bei Clijsters löste sich mit dem Vorsprung im Rücken die Anspannung und Nervosität aus den ersten beiden Sätzen. Gleich ihren ersten Matchball nutzte sie zum Sieg. Neben der Daphne Akhurst Trophäe durfte sie sich zudem über umgerechnet knapp 1,6 Millionen Euro Preisgeld freuen. Li kassiert immerhin rund 800.000 Euro.
Grund zur Freude hatten auch die amerikanischen Brüder Bob und Mike Bryan, die zum fünften Mal die Doppelkonkurrenz der Australian Open gewannen. Das an Nummer eins gesetzte Duo siegte im Finale gegen die Inder Mahesh Bhupathi und Leander Paes 6:3, 6:4 und feierte in Melbourne damit den dritten Erfolg in Serie. Insgesamt haben die Bryan-Brüder nun zehn Grand-Slam-Siege in ihrer Vita.