Erstes Einzel: Kiefer enttäuscht wieder einmal - DER SPIEGEL
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Erstes Einzel Kiefer enttäuscht wieder einmal

Im Auftakteinzel des Daviscup-Viertelfinals hat sich Nicolas Kiefer gegen den Niederländer Jan Siemerink bis auf die Knochen blamiert.
Von Till Schwertfeger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

's-Hertogenbosch - Noch nie hatte Kiefer auf der ATP-Tour gegen den 31-jährigen Siemerink verloren. In seinem ersten Daviscup-Auswärtsspiel war der 23-jährige Niedersachse, Anfang des Jahres 2000 auf Weltranglistenplatz vier notiert und derzeit 39., weit von seiner Bestform entfernt und unterlag nach knapp drei Stunden mit 3:6, 6:7 (5:7), 6:3, 3:6.


Dabei hätte gegen den Weltranglisten-85. Siemerink, einen der letzten klassischen Serve-and-Volley-Spieler, schon Kiefers Normalform gereicht, um das deutsche Team mit 1:0 in Führung zu bringen.

"Er hat großes Tennis gespielt, auch als es eng war. Ich habe nicht so schlecht gespielt, manchmal fehlte mir auch das Glück", meinte Kiefer. Daviscup-Kapitän Karl-Uwe Steeb urteilte: "Der Knackpunkt war der Tiebreak im zweiten Satz, als Kiwi eine 5:3-Führung nicht nutzen konnte. Das hat auch psychisch viel Kraft gekostet."

Siemerink machte aus der Not eine Tugend

Da er von der Grundlinie kaum einen Ball ins Feld spielte, machte Siemerink aus der Not eine Tugend und lief nach jedem Schlag ans Netz. Zur Freude der lautstarken Oranje-Fans in der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Brabanthalle fand Kiefer auch auf einfachste Vorlagen des Holländers selten eine passende Antwort.

Selbst der Gewinn des dritten Satzes gab der deutschen Nummer zwei kein Selbstvertrauen. Ohne Mumm und Spielintelligenz kassierte Kiefer gegen den lediglich aufschlagstarken Linkshänder in seinem achten Daviscup-Einzel die sechste Niederlage. "Man muss nicht alles gut oder schlecht reden. Ich habe meine Daviscup-Partien immer nach sehr schweren Phasen mit Verletzungen gespielt. Es werden auch bessere Zeiten kommen", sagte Kiefer.

Spielt am Sonntag Tommy Haas?

Am Sonntag soll Kiefer das Schlusseinzel gegen Raemon Sluiter bestreiten. Allerdings könnte Steeb auch noch Tommy Haas nominieren, der wegen einer Fußverletzung zum Auftakt pausiert hatte: "Es wird derjenige spielen, der am besten drauf ist. Die Entscheidung liegt bei Charly", sagte Kiefer, der sich von Steeb mehr Engagement an der Seitenlinie wünschte.

"Er ist eben ein ruhiger Vertreter", urteilte Kiefer über Steeb, "sicher wäre es sehr schön, wenn er auch mal aufspringt und den Schiedsrichter kritisiert, denn das ist seine Aufgabe. Aber man kann sich nicht aussuchen, wer da auf dem Stuhl sitzt."