Eufemiano Fuentes: Mutmaßlicher Dopingarzt wird angeklagt - DER SPIEGEL
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Eufemiano Fuentes Mutmaßlicher Dopingarzt wird angeklagt

Der durch Dopingvorwürfe schwer belastete spanische Arzt Eufemiano Fuentes muss sich in seiner Heimat vor Gericht verantworten. Nach Abschluss der Ermittlungen soll der Prozess in spätestens sechs Monaten eröffnet werden. Fuentes und sechs weiteren Verdächtigen drohen bis zu zwei Jahre Haft.
Fuentes (Archivbild): Ermittler haben Untersuchungen zur "Operación Puerto" beendet
Fuentes (Archivbild): Ermittler haben Untersuchungen zur "Operación Puerto" beendet

Fuentes (Archivbild): Ermittler haben Untersuchungen zur "Operación Puerto" beendet

Foto: epa efe Kiko Huesca/ picture-alliance/ dpa
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Hamburg - Der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes und sechs weitere Personen müssen in Spanien auf die Anklagebank. Mehr als fünf Jahre nach der Aufdeckung des großen Dopingskandals um die "Operación Puerto" im spanischen Radsport haben die Ermittler ihre Untersuchungen abgeschlossen. Der zuständige Ermittlungsrichter erhob am Mittwoch Anklage gegen Fuentes, dessen Schwester, zwei Ärzte und drei ehemalige Radteamchefs.

Wie ein Richter mitteilte, gehe es darum, das Verbrechen "gegen die öffentliche Gesundheit" vor Gericht zu bringen. Den Angeklagten droht eine zweijährige Freiheitsstrafe sowie ein ebensolanges Berufsverbot, weil sie an der "künstlichen Leistungssteigerung von Radprofis" beteiligt waren.

Fuentes und Saiz standen im Mittelpunkt der Doping-Affäre "Operacion Puerto", die Ermittler im Jahr 2006 aufdeckten und die Sperren für zahlreiche Top-Radsportler wie den dreimaligen Tour-de-France-Sieger Alberto Contador, Ivan Basso und Alejandro Valverde nach sich zog. Auch der deutsche Star Jan Ullrich, der 2007 seinen Rücktritt vom Profi-Radsport erklärt hatte, soll in Kontakt mit Fuentes gestanden haben. Im Dezember 2010 saß Fuentes im Rahmen der "Operación Galgo" um die Leichtathletin Marta Domínguez drei Tage in Haft. Hauptberuflich ist er in Las Palmas als Frauenarzt tätig.

Bis zum Prozessbeginn können sechs Monate vergehen

Die Ermittlungen hatten sich so lange hingezogen, weil Spanien 2006 noch kein Anti-Doping-Gesetz hatte und Doping damals nicht strafbar war. Die Justiz legte den Fall mehrmals zu den Akten, weil die Ermittler glaubten, den Beschuldigten keine gesundheitliche Gefährdung der Sportler nachweisen zu können. Die Untersuchungen wurden aber immer wieder aufgenommen.

Die Ankläger legen Fuentes und dessen Helfern nun zur Last, Bluttransfusionen in Hotelzimmern unter unhygienischen Bedingungen vorgenommen zu haben. Zudem hätten sie Blutbeutel ohne die erforderliche Kühlung transportiert und die Proben nicht eindeutig ausgezeichnet. Dies habe eine "ständige Gefahr" für die Gesundheit der Sportler bedeutet.

Bis zum Beginn des Prozesses können allerdings noch weitere sechs Monate vergehen. Wie die Online-Zeitung elpais.com berichtete, können die Angeklagten und die Staatsanwaltschaft noch Einspruch gegen den Bericht des Ermittlungsrichters erheben. Außerdem muss noch festgelegt werden, vor welchem Gericht der Prozess stattfinden soll.

luk/dapd/dpa/sid