Fall Armstrong: UCI-Mediziner outet sich als Informant - DER SPIEGEL
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Fall Armstrong UCI-Mediziner outet sich als Informant

Ist das nun die Wahrheit? Der Chefmediziner des Radsportweltverbandes hat zugegeben, einem Journalisten ein vertrauliches Dokument über Lance Armstrong gegeben zu haben. Mit Hilfe dieses Papiers konnten ältere positive Dopingproben dem US-Amerikaner zugeordnet werden.
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Hamburg - Der UCI-Chefmediziner Leon Schattenberg bestätigte der "Süddeutschen Zeitung", dass er selbst und nicht UCI-Präsident Hein Verbruggen ein von Armstrong unterschriebenes Kontrollprotokoll an einen Journalisten der französischen Sportzeitung "L'Equipe" weitergegeben habe. Schattenberg gab an, wenige Tage vor Ende der diesjährigen Tour de France (2. bis 24. Juli) sei ein französischer Journalist zur UCI-Zentrale gekommen.

Dieser habe angeblich darüber schreiben wollen, ob die UCI Armstrong für die Benutzung von Testosteron nach seiner früheren Krebsoperation eine Erlaubnis gegeben habe. Der Verband habe geantwortet, er habe so eine Erlaubnis noch nie erteilt, auch nicht an Armstrong. Um dies zu beweisen, hat Armstrong laut Schattenberg erlaubt, dem Journalisten eines seiner Dopingformulare auszuhändigen.

Mit Hilfe der darauf befindlichen Codenummer konnte "L'Equipe" dann die positiven Dopingbefunde der Tour 1999 aus dem französischen Labor in Chatenay-Malabry entschlüsseln - und Armstrong zuordnen. Am 23. August veröffentlichte das Traditionsblatt die für Armstrong brisanten Ergebnisse seiner Recherche. Der siebenmalige Tour-Sieger bestreitet, jemals in seiner aktiven Laufbahn gedopt zu haben. Für ihn ist das Ganze "eine Verschwörung".

Der Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), Richard Pound, hatte gestern auf einer Telefon-Pressekonferenz erklärt, Verbruggen habe dem Journalisten geholfen. Später habe sich, so Pound, der UCI-Präsident beim ihm gemeldet und seinen niederländischen Landsmann Schattenberg als Verantwortlichen genannt.

Für Verbruggen kommt die Affäre zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Am nächsten Freitag stehen in Madrid Wahlen für den Vorsitz der UCI an. Verbruggen, der seit 13 Jahren an der Spitze des Verbandes steht, überlegt ein weiteres Mal zu kandidieren. Es gibt drei weitere Bewerber. Darunter ist auch der Ire Pat McQuaid, der bislang von Verbruggen unterstützt wurde.

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