Fall Landis: Team Phonak steht vor dem Aus - DER SPIEGEL
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Fall Landis Team Phonak steht vor dem Aus

Spätestens übermorgen soll das Ergebnis der B-Probe von Floyd Landis bekannt gegeben werden. Sollte sich der Doping-Verdacht bestätigen, drohen nicht nur dem Tour-Sieger Konsequenzen. Auch sein Schweizer Rennstall könnte von der Bildfläche verschwinden.
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Hamburg - Ursprünglich sollte ab 2007 der Investor iShares als neuer Hauptsponsor Phonak für die nächsten drei Jahre ablösen. Doch seit dem Fall Landis ist alles in der Schwebe. Ob der Rennstall überhaupt noch eine ProTour-Lizenz vom Weltverband UCI erhalten würde, scheint mehr als fraglich.

"Eine derartige Affäre ist alles andere als hilfreich, da muss man kein Prophet sein. Natürlich macht man sich als Fahrer darüber Gedanken, dass man plötzlich auf der Straße stehen kann", äußerte sich Phonak-Profi Bert Grabsch besorgt. Dabei hat der einzige Deutsche im Schweizer Rennstall erst jüngst seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert.

Immer wieder hatten in den vergangenen Jahren Dopingfälle Phonak in ein schlechtes Licht gerückt. Landis ist der zwölfte Name auf der "schwarzen Liste", die bereits vor ihm prominente Fahrer aufwies. Ex-Weltmeister Oscar Camenzind aus der Schweiz wurde Mitte 2004 der EPO-Einnahme überführt, Zeitfahr-Olympiasieger Tyler Hamilton (USA) kurz darauf bei der Vuelta wegen Blutdopings gesperrt.

Daraufhin verweigerte die UCI dem Rennstall schon einmal die Lizenz für die ProTour, wurde allerdings vom Sportgerichtshof CAS korrigiert. Doch die Skandale rissen nicht ab. In die spanische Dopingaffäre sind auch der Kolumbianer Santiago Botero und der Giro-Zweite Jose Enrique Gutierrez (Spanien) verwickelt. Beide wurden sofort suspendiert.

Kein Wunder, dass das Phonak-Team bei den Radsport-Fans in Verruf geraten ist. Für Grabsch keine einfache Situation: "Bei der Vorstellung der Mannschaft am Montag bei der Deutschland-Tour gab es nun Buhrufe, auch wenn es nicht viele waren. Ich empfinde das als ungerecht. Ich will hier nichts verharmlosen. Es geht mir um unsere Fahrer. Die werden mit dem Thema in einen Topf geworfen und stehen unter Generalverdacht."

Dabei hatten die Schweizer geglaubt, das Dopingproblem in den Griff bekommen zu haben. Als neuer Teamchef war John Lelangue, einst in der Tour-Organisation tätig, verpflichtet worden, der auch im Fall Botero-Gutierrez sofort durchgriff. Doch bei Landis war auch Lelangue hilflos: "Unglücklicherweise kann man im Team keine Tests des Testosteron-Epitestosteron-Verhältnisses machen, das geht nur in einem großen Labor. Aber ich vertraue Floyd, solange die B-Probe ihn nicht widerlegt." Das Ergebnis wird bis übermorgen erwartet.

bri/sid

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