Basketball FC Bayern dreht Spiel drei gegen Alba Berlin
Delaney im Duell mit Albas Vargas: 26 Punkte für den MVP
Foto: Johannes Simon / Bongarts / Getty ImagesHamburg - Die Basketballer vom FC Bayern München können zum ersten Mal seit 1955 Deutscher Meister werden. Die Münchner siegten im dritten Spiel der Best-of-Five-Serie 92:86 (39:48) gegen Alba Berlin. Beim nächsten Duell am Mittwoch in der Hauptstadt (19.30 Uhr, TV: Sport1) kann sich der FCB den Titel sichern.
Alba braucht dann unbedingt einen Erfolg, um noch Chancen auf die Meisterschaft zu haben. Bislang gab es in der Serie nur Heimsiege. Sollte Berlin am Mittwoch zurückschlagen, käme es am kommenden Sonntag zu Spiel fünf in München.
In einer intensiven Anfangsphase fand Alba vor 6700 Zuschauern zunächst besser ins Spiel und führte nach sechs Minuten 16:10. Die Bayern trafen im ersten Viertel nur zwei ihrer 13 Würfe, glichen bis Ende des Durchgangs aber durch ihre gute Freiwurfquote und zwei Dreier des erneut erfolgreichsten Schützen Malcolm Delaney aus. Der US-Amerikaner erzielte 26 Punkte.
Angetrieben von den treffsicheren David Logan und Reggie Redding setzte sich Alba zunächst auf 29:20 (17.) und nach einer kleinen Schwächephase Mitte des zweiten Viertels bis zur Halbzeit auf 48:39 ab. "Wir haben die Rebounds und die Defense kontrolliert", sagte Albas Nationalspieler Alex King "Sport1".
Pesic fordert Alba-Chef zum Rücktritt auf
Nach dem Seitenwechsel kamen zunächst die Bayern besser ins Spiel - auch weil Alba jetzt deutlich schlechter traf. Der Ex-Berliner Heiko Schaffartzik sorgte mit einem Dreier für das 52:53 (25.). Am Ende des dritten Viertels stand es unentschieden - 66:66.
Jetzt zeigten die Berliner Nerven. Alba kam mit der immer stärkeren Defensive der Münchner nicht mehr zurecht und leistete sich reihenweise Fehlwürfe. Auf der Gegenseite drehten vor allem Center John Bryant sowie Steffen Hamann auf und brachten den Gastgeber 76:68 in Front (34.). Das ließen sich die Bayern nicht mehr nehmen, sie haben nun zwei Matchbälle für ihre erste Meisterschaft seit fast 60 Jahren.
Nach dem Spiel erhob Bayerns Trainer schwere Vorwürfe gegen Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. Dieser fahre seit längerer Zeit eine Kampagne gegen den bayerischen Rivalen und beeinflusse als Präsidiumsmitglied der Bundesliga die Ansetzung von Schiedsrichtern. In einer Schimpftirade forderte Pesic, lange Jahre selbst in Berlin aktiv, Baldi zum Rücktritt auf.
"Im Interesse aller ehemaligen Spieler, Mitglieder und Trainer" solle Baldi aufhören, sagte der Coach. "Irgendwo ist auch Schluss", so Pesic, der Baldi Undankbarkeit vorwarf. Dieser beiße die Hand, die ihn gefüttert habe, zitierte Pesic auf Serbisch ein Sprichwort.
Baldi wollte sich am Sonntag zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.