Fecht-WM: Blamage für deutsche Florettherren - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fecht-WM Blamage für deutsche Florettherren

Die vier deutschen Florettfechter haben bei der WM in Leipzig die erhoffte Medaille klar verpasst. Weltmeister Peter Joppich und Mitfavorit Ralf Bißdorf schieden bereits in der zweiten Runde aus. Die beiden anderen waren kaum besser.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Leipzig - "Ich habe mich eigentlich gut gefühlt", sagte Joppich nach seiner 10:15-Niederlage gegen den Engländer James Beevers. Der Deutsche hatte bereits 0:8 zurückgelegen. Die Schuld suchte Joppich beim Kampfrichter: "Am Anfang bin ich wegen einiger Fehlentscheidungen so hoch in Rückstand geraten. Beever hat seine Trefferfläche immer mit dem Arm verdeckt. Das darf er nicht, aber der Obmann hat es nicht geahndet."

Auch Bißdorf rang nach der sensationellen 9:15-Niederlage gegen den Chinesen Sheng Lie um Fassung. Der Olympia-Zweite von Sydney, der bei einer WM noch nie eine Einzelmedaille gewinnen konnte, zeigte sich immerhin selbstkritisch. "Ich habe nicht gut angefangen und bin dann beständig schlechter geworden. An den Regeländerungen im Florett lag unser Ausscheiden aber nicht, schließlich stehen wir in der Welt an Position 3, 6 und 9", sagte Bißdorf.

Enttäuschend war ebenfalls das Abschneiden der Nachwuchsfechter Benjmain Kleibrink und Dominik Behr. Kleibrink unterlag im Achtelfinale mit viel Pech dem Chinesen Liangliang Zhang im "Sudden death" 12:13, Behr zog in derselben Runde gegen Andrea Baldini aus Italien mit 8:15 den Kürzeren.

Damit steht fest, dass Athleten des Deutsche Fechter-Bundes (DeFB) in den Einzelwettbewerben nur eine WM-Medaille gewinnen konnten. Die Florettfechterin Anja Müller hatte Silber geholt. "Drei Medaillen oder weniger wären eine Katastrophe", hatte DFeB-Delegationsleiter Wilfried Wolfgarten vor WM-Beginn noch formuliert.

Ein Fiasko wie bei den Olympischen Spielen in Athen, als die deutschen Fechter nur je einmal Silber und Bronze gewinnen konnten, zeichnet sich vor Beginn der Mannschaftswettbewerbe am Mittwoch auch in Leipzig ab. "Der Frust ist natürlich groß", gestand DFeB-Sportdirektor Claus Janka.