Fechten Heidemann verpasst Olympia - nach Rio fährt sie trotzdem
Britta Heidemann
Foto: Filip Singer/ dpaEs war eine bittere Enttäuschung am Wochenende für Britta Heidemann und die deutschen Fechter: Die Degen-Goldmedaillengewinnerin von Peking hat nach ihrem Ausscheiden in der Qualifikation ihre vierte Teilnahme an Olympischen Spielen endgültig verpasst. Gold 2008, Silber 2012 in London - nun muss die 33-Jährige in Rio de Janeiro zuschauen. Tritt sie zurück? "Ich habe alles gewonnen und könnte mich in Ehren verabschieden. Ob ich das mache, werde ich nicht heute entscheiden", sagte Heidemann am Sonntag. Nun wolle sie erstmal eine "lange Pause einlegen".
Weil auch Säbelfechterin Anna Limbach und der zweimalige Europameister Jörg Fiedler ihre letzten Qualifikationschancen nicht nutzten, starten in Rio nur vier Deutsche: Peter Joppich und Carolin Golubytskyi mit dem Florett, Max Hartung sowie Matyas Szabo mit dem Säbel. Fechter-Präsident Dieter Lammer sprach von einer "großen Ernüchterung", schließlich ist damit keine deutsche Mannschaft in Brasilien dabei.
Heidemann war Minuten nach ihrer 13:15-Niederlage bei der Kontinental-Qualifikation am Sonntag in Prag gegen die Finnin Catharina Kock um Fassung bemüht. "Ich hatte das Gefühl, dass mein Stecker gezogen ist", sagte sie zu ihrer Führung, die beim zwischenzeitlichen 8:4 so klar war, dass kaum noch einer am Weiterkommen in das Halbfinale zweifelte.
Doch danach sei sie "nicht konsequent genug" gewesen gegen die im Weltranking nur an Position 99 geführte Finnin. Heidemann räumte ein: "Ich bin ja nicht total naiv. Es war klar, dass nur einer hier das Olympia-Ticket macht. Ich hatte sehr gehofft, dass ich das bin. Ich hatte alle Voraussetzungen, das schaffen zu können."
Bundestrainer Manfred Kaspar sagte zum Olympia-Aus seines größten Stars: "Es ist natürlich enttäuschend, dass sie an der ersten stärkeren Gegnerin hängenbleibt." Nun scheint sich eine großartige Karriere langsam ihrem Ende entgegen zu neigen. In Rio wird Britta Heidemann dennoch dabei sein - als Kandidatin für die Athletenkommission des IOC