Fechten Schmitt legt Degen nieder
Frankfurt am Main - "Es wird keine Tränen geben, denn ich habe mich schon lange mit dem Thema Rücktritt auseinandergesetzt. Jetzt hat alles zusammengepasst, deshalb die Entscheidung", erklärte der Olympiasieger von 1988.
Seinen letzten internationalen Auftritt feiert der 35-Jährige in seiner Heimat. Bei den 48. Heidenheimer Fechttagen vom 20. bis 22. April möchte sich der 15-malige Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gebührend verabschieden. "Dort hat alles begonnen, deshalb möchte ich auch dort meine Karriere beenden", betonte der Weltmeister von 1999.
Enttäuschung bei Olympia 2000
Über einen Rücktritt Schmitts wurde bereits nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney spekuliert. Schon im Achtelfinale war der damalige Weltranglistenerste gescheitert und hatte sein zweite große Olympia-Enttäuschung erlebt. In Atlanta war Schmitt 1996 einen Tag nach seinem Auftritt als Fahnenträger der deutschen Mannschaft in der Vorrunde ausgechieden.
Die jüngste Olympia-Pleite war für den selbstständigen Zahnarzt allerdings nicht der Anlass zum Rückzug. "Ich bin kein emotionaler Mensch. Ich trete nicht einfach so zurück, weil ich irgendwas gewonnen oder verloren habe. Ich trete ab, weil es in meinen Augen der richtige Zeitpunkt ist", meinte der frühere Aktivensprecher des Deutschen Sportbundes (DSB).
Engagierter Vertreter für die Interessen der Sportler
Lobeshymnen für seinen Einsatz will Arnd Schmitt nicht hören. "Man muss als Aktiver lernen, Sport und Umfeld in Einklang zu bringen. Deshalb habe ich mich damals auch engagiert. Nicht, weil ich es unbedingt wollte, sondern weil es für den sportlichen Erfolg einfach hilfreich war."