Fedcup USA demontieren Spanien
Las Vegas - Nachdem Lindsay Davenport und Monica Seles ihre Auswahl im Finale gegen Spanien zur Halbzeit durch zwei Einzelsiege in Führung gebracht hatten, machte Davenport im ersten Duell am Samstag durch ein 6:1, 6:2 gegen Conchita Martinez den vorzeitigen Triumph perfekt.
Da die Titelverteidigerinnen anschließend auch das bedeutungslose letzte Einzel sowie das Doppel für sich entschieden, verließen sie den Tennis-Court im Mandalay Bay Resort von Las Vegas als umjubelte 5:0-Gewinnerinnen. "Das war perfekt", schwärmte US-Kapitänsfrau Billie Jean King und freute sich zugleich über die geglückte Revanche für 1998, als ihr Team im Halbfinale am späteren Champion Spanien mit 2:3 gescheitert war.
Es ist wunderschön, so zu gewinnen, zumal die Williams-Schwestern nicht dabei waren. Ohne sie war es ganz sicher schwerer", stellte Davenport fest. Vor zwölf Monaten hatte die Weltranglisten-Zweite mit Seles, Venus und Serena Williams im Finale gegen Russland ein unschlagbares Dream-Team gebildet. Diesmal fehlte das Geschwister-Duo jedoch wegen angeblicher Verletzungen.
Der Souveränität der Gastgeberinnen tat das aber keinen Abbruch. Schon im Halbfinale gegen Belgien hatten die überragenden Solistinnen mit ihren Einzelsiegen für den schnellstmöglichen Einzug ins Finale gesorgt. Dort behaupteten sich dann Seles zum Auftakt gegen Martinez mit 6:2, 6:3 und Davenport trotz Wadenzerrung gegen Arantxa Sanchez-Vicario mit 6:2, 1:6, 6:3.
Im unwichtigen Abschluss-Einzel machte Seles für Jennifer Capriati den Platz frei. Die Olympiasiegerin von 1992 hatte vor 5000 Zuschauern leichtes Spiel. Beim Stand von 6:1, 1:0 gab Sanchez-Vicario wegen Magenbeschwerden auf. Capriati gewann mit Lisa Raymond auch das Doppel gegen Magui Serna/Virginia Ruano Pascual mit 4:6, 6:4, 6:2.
"Es war schrecklich. Wir waren diesmal nicht ebenbürtig", räumte Martinez enttäuscht ein. Gegen Davenport stand die Weltranglisten-Fünfte wegen eines schmerzenden rechten Ellenbogens von Anbeginn auf verlorenem Posten. "Ich war zu sehr gehandicapt. Lindsay konnte machen, was sie wollte. Ihre Aufschläge konnte ich nicht parieren", sagte die Wimbledon-Siegerin von 1994.
Gemeinsam mit der Weltranglisten-Neunten Sanchez-Vicario hatte sie seit 1991 den Daviscup für Damen fünf Mal erkämpft. In der diesjährigen Vorrunde warf das Duo unter anderem auch die deutsche Mannschaft aus dem Wettbewerb. "Jetzt müssen wir eben 2001 Revanche nehmen", meinte Martinez, die sich allerdings mit dem nun schon zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren reformierten Austragungsmodus nicht anfreunden kann.
Wie der Internationale Tennis-Verband (ITF) in Las Vegas bekannt gab, soll die Finalrunde im nächsten Jahr nicht mehr mit vier, sondern mit acht Nationen gespielt werden. Die vier diesjährigen Halbfinalisten sollen dafür bereits gesetzt sein. Die erste Runde wird künftig mit sechzehn Teams (bislang zwölf) ausgetragen. Die vier restlichen Finalisten werden durch zwei Playoff-Runden im April und Juni ermittelt, wobei es jeweils Heim- und Auswärtsspiele gibt.
Von Gunnar Meinhardt, dpa