Final Four der Handball-CL: Showdown der Superlative - DER SPIEGEL
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Final Four der Handball-CL Showdown der Superlative

Die Handball-Welt wartet auf Köln: Ende Mai findet dort zum zweiten Mal das Final-Four-Wochenende in der Champions League statt. Die Planungen laufen bereits auf Hochtouren. Das "Handball-Magazin" erklärt, warum aus einem angestaubten Europapokal ein Weltprodukt geworden ist.
Von Tim Oliver Kalle
Rekordmeister Kiel: Champions-League-Sieg beim Final Four 2010
Rekordmeister Kiel: Champions-League-Sieg beim Final Four 2010

Rekordmeister Kiel: Champions-League-Sieg beim Final Four 2010

Foto: Hermann J. Knippertz/ APN
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Dass Angebote bisweilen aufgehübscht werden müssen, um im Kampf um den Kunden erfolgreich zu bleiben, weiß jeder Kaufmann. Manchmal reicht ein Schleifchen, um das Interesse zu wecken oder zu verstärken - was bis auf ganz wenige Klassiker jedoch nicht funktioniert, ist, alles über die Jahre unverändert zu lassen.

Die Europäische Handball-Förderation arbeitet zwar nicht mit Schleifchen, aber den in die Jahre gekommenen Europapokal der Landesmeister hat sie als Champions League fein herausgeputzt. Jüngster Schritt der Entwicklung ist seit 2010 ein Final-Four-Wochenende, um den wichtigsten Vereinswettbewerb mit einem Donnerhall zu beschließen.

Der Zauber der Premiere verfängt noch immer. Die Bilder aus der Kölner Arena haben sich vor allem den Sympathisanten des THW Kiel ins Gedächtnis gebrannt. In zwei hinreißenden Partien eroberten die "Zebras" zum zweiten Mal nach 2007 die kontinentale Krone. An beiden Tagen sahen jeweils knapp 20.000 Fans zu; die Bilder wurden weltweit ausgestrahlt. Selbst Barcelonas geschlagener Trainer Xavi Pascual räumte damals ein: "Dieses Turnierwochenende war ein großer Erfolg. Gratulation an die EHF für dieses großartige Event und die Organisation."

Vom gealterten Wettbewerb zum Weltprodukt

Jene Tage Ende Mai 2010 waren der bisherige Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte, die 1957 mit einem Städtevergleich ihren Anfang nahm. Erst mit Gründung der EHF Ende 1991 begann der Aufstieg des in die Jahre gekommenen Wettbewerbs zu einem Weltprodukt. Wenn am 28. und 29. Mai zum zweiten Mal Europas Top-Clubs zum Final-Four-Turnier in Köln zusammenkommen, ist ein neuer Showdown der Superlative zu erwarten.

Ein Indiz für den zu erwartenden Erfolg der zweiten Auflage ist die Lage auf dem Ticketmarkt. "Wir sind bereits sehr gut ausgelastet. Es gibt nur noch Kontingente für die vier teilnehmenden Clubs", sagt David Szlezak. Der ehemalige österreichische Nationalspieler ist seit einigen Monaten der zuständige Turnier-Manager, in seinem Wiener Büro laufen die Fäden der Organisation zusammen. Rund 40 Mitarbeiter sind bereits mit dem letzten Wochenende im Mai beschäftigt.

Und der Aufwand ist immens, ist das Final Four doch mehr als die Summe großer Spiele. Spezielle Vip-Pakete, die EHF-Gala (27. Mai), persönliche Treffen mit Event-Botschafter Stefan Lövgren und unterschriebene T-Shirts des jeweiligen Lieblingsspielers haben nicht nur ihren Preis, sondern auch einen enorm hohen Planungsbedarf. Der europäische Verband nutzt das sportliche Highlight, um in Köln einen außerordentlichen Kongress stattfinden zu lassen; auch weitere Gremien tagen rund um die Finalspiele und geben dem Termin damit sportpolitische Bedeutung.

Im Herbst 2006 gastierte die EHF mit der Vereins-Europameisterschaft erstmals in Köln. Im Rückblick muten die Ereignisse von damals angesichts des heutigen Turnierumfangs beschaulich an. Das Schlusswochenende der Champions League 2011 ist von einem ganz anderen Format.

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