Finale am Reck: Hambüchen holt Bronze - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Finale am Reck Hambüchen holt Bronze

Was für eine Zitterpartie: Fabian Hambüchen hat bei den Olympischen Spielen am Reck den dritten Platz erturnt. Bei der Kür an seinem Paradegerät patzte Deutschlands Turnstar mehrmals - doch im Gegensatz zu einigen Konkurrenten stürzte er immerhin nicht ab.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Hambüchen erhielt für seine nicht optimal verlaufene Übung 15,875 Punkte, turnte mit einem zu niedrigen Ausgangswert und musste sich am Königsgerät mit Bronze zufriedengeben. Gold gewann der Chinese Zou Kai (16,200) vor Jonathan Horton aus den USA (16,175).

Vor 18.000 Zuschauern im ausverkauften National Indoor Stadium wurde dem 20-Jährigen ein zu niedriger Ausgangswert zum Verhängnis. Wegen einer fehlenden Verbindung bei einem Dreher und kleinen Ungenauigkeiten kam Deutschlands "Sportler des Jahres" trotz perfekten Abgangs in der A-Note statt auf 7,1 oder sogar 7,3 nur auf 6,8 Zähler. Sieger Zou Kai hingegen bot den Preisrichtern 7,2 Punkte an. Hambüchen, der als erster Athlet ans Gerät musste, verfolgte mit missmutigem Gesicht den weiteren Wettkampf, ehe er leise lächelte, nachdem er wenigstens Rang drei gerettet hatte. Mehrere Konkurrenten wie der Niederländer Epke Zonderland stürzten bei ihrer Übung ab und landeten auf der Matte.

"Eine Medaille ist ja eigentlich nicht schlecht, aber ich war so auf das verdammte Gold fixiert. Es ist schon fast ein dumme Einstellung, wenn man sich so auf Gold konzentriert und sich dann nicht mal richtig über Bronze freuen kann", sagte Hambüchen: "Ich werde noch einige Minuten brauchen, bis ich mich freue. In vier Jahren greife ich wieder an." Um den gesamten Wettkampf zu verarbeiten, brauche er noch ein, zwei Tage. "Das war nicht so meine Woche", erklärte der Deutsche.

Zuvor war der Deutsche im Barrenfinale auf dem vierten Platz gelandet. Dabei zeigte Hambüchen eine starke Leistung und lag lange Zeit in den Medaillenrängen. Erst mit dem Auftritt des Chinesen Li Xiaopeng, der eine fast perfekte Übung zeigte, fiel der Deutsche auf Platz vier zurück. Einen Platz unter den ersten Drei verpasste er auch, weil die vor ihm liegenden Athleten Übungen mit höherem Schwierigkeitsgrad turnten.

all/sid/dpa