Football Halbnackt in die Playoffs
New Orleans - Super-Bowl-Champion St. Louis sicherte sich gleichzeitig an einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spieltag durch einen 26:21-Sieg bei den New Orleans Saints und dem gleichzeitigen 23:20-Erfolg der Chicago Bears bei den Detroit Lions den kaum noch für möglich gehaltenen Playoff-Platz. Den "Todesschuss" hatten die sich schon in der nächsten Runde wähnenden Lions durch Paul Edinger erhalten. Der
Bears-Rookie stürzte die entsetzten Gastgeber zwei Sekunden vor Spielende mit seinem 54-Yard-Field-Goal in kollektive Trauer.
St. Louis muss erneut nach New Orleans
"Der gesamte Chicago-Bears-Club kann zu mir zum Dinner kommen. Edinger setzte ich an die Spitze des Tisches", frohlockte Rams-Defensive-Tackle D'Marco Farr im Überschwang seines Glücksgefühls. Außer dem Titelverteidiger qualifizierten sich am 17. Spieltag die Miami Dolphins und Indianapolis Colts als letzte Teams für die Playoffs. Zuvor war das den Tampa Bay Buccaneers, Denver Broncos, New York Giants, Minnesota Vikings, Tennessee Titans, Baltimore Ravens, Oakland Raiders, Philadelphia Eagles und New Orleans geglückt.
Pikanterweise muss St. Louis in der am Samstag beginnenden Wildcard-Playoff-Runde erneut bei den New Orleans Saint antreten. In der zweiten Partie des Tages treffen Miami und Indianapolis aufeinander.
In den beiden Vergleichen am Silvester-Sonntag stehen sich Philadelphia und Tampa Bay sowie Baltimore und Denver gegenüber.
Kurt Warner verletzt
Die Rams mit ihrem überragenden Running Back Marshall Faulk, der mit 26 Touchdowns in einer Saison den bisherigen Rekord von Emmitt Smith (25) aus dem Jahr 1995 überbot, gelten trotz allem als große Favoriten auf den erneuten Super-Bowl-Triumph. "Die Rams sind das beste Team", meinte nicht nur Saints-Coach Jim Haslett in einer Umfrage. Ob St. Louis seiner Rolle gerecht werden kann, hängt wesentlich vom Einsatz Kurt Warners ab. Der Quarterback war zu Beginn der zweiten Halbzeit wegen einer Gehirnerschütterung ausgeschieden. "Ich habe noch Kopfschmerzen, doch ich werde Samstag spielen", versicherte Warner nach der noch in New
Orleans durchgeführten Computertomographie.
"Das verrückteste Ding, das ich jemals erlebt habe"
"Völlig andere Probleme hatten die eisenharten Männer in Foxboro. Die Spieler aus Miami feierten nach dem 27:24-Sieg gegen New England in der Umkleidekabine bereits ihren AFC-East-Divisions-Titel, als
beide Teams 35 Minuten nach Spielschluss noch einmal aufs Feld gebeten wurden. Nach Auswertung der Zeitlupe war der letzte Spielzug unvollständig, woraufhin noch drei Sekunden gespielt werden mussten.
Auf Anweisung der NFL-Verantwortlichen gingen die Akteure bei Minustemperaturen teilweise halbbekleidet noch einmal aufs Spielfeld, um vor leeren Rängen ihr Duell regelgerecht zu beenden. "Das ist das
verrückteste Ding, das ich jemals erlebt habe. Allerdings - wenn du aus Florida kommst, schockt dich nichts", bekannte Miami-Star Hunter Goodwin in Anspielung auf die Wahlfarce um die US-Präsidentschaft.