Franziska van Almsick "Ich schwebe auf Wolke sieben"
Sie haben sich für eine Fortsetzung Ihrer sportlichen Karriere entschieden. Wo nehmen Sie nach so vielen Jahren Leistungssport die Motivation für die harte Alltagsarbeit her?
Franziska van Almsick: Ich habe nach Olympia eine lange Pause gemacht, ich habe viel Zeit für mich gewonnen. Da ist die Motivation eigentlich kein Problem. Und entscheidend für die Fortsetzung meiner Laufbahn war die Tatsache, dass ich mir in Sydney eigentlich ein wenig mehr vorgenommen hatte.
Gibt es neue Dinge, die Sie im Training ausprobieren wollen?
van Almsick: Nein. Mein Trainer Gerd Eßer und ich wollen keine großartig neuen Sachen machen. Das ist auch gar nicht nötig, weil es mir menschlich sehr, sehr gut geht. Ich habe dadurch viel Rückhalt, da kommt einfach so viel Spaß auf, wie ich ihn lange nicht mehr hatte.
Wie weit geht Ihre persönliche Perspektivplanung?
van Almsick: Die Weltmeisterschaften im Juli in Fukuoka sind ein großes Ziel, ganz klar. Wenn ich da dabei sein will, will ich auch in Topform sein. Nur als Staffelschwimmerin will ich da gar nicht hinfahren. Aber es ist generell sehr schwer, wieder von unten anzufangen. Das ist sehr anstrengend. Aber es ist auch ein gutes Gefühl, wieder in Form zu kommen. Und dabei verlange ich viel von mir, ich will eine der Besten sein. Aber ich will mich dabei auch nicht unter Druck setzen.
Wie denken Sie an Olympia zurück?
van Almsick: Das war ein großes Ding. Danach schien die Luft raus zu sein. Doch anschließend ist viel geschehen, im Herbst. Das gibt mir sehr, sehr viel Kraft.
Ihr Trainer hat gesagt, neben dem Sport müssten auch die anderen Dinge in Ihrem Leben stimmen. Tun sie das?
van Almsick: Ja. Privat bin ich sehr, sehr glücklich. Ich schwebe irgendwo auf Wolke sieben. Und beruflich bin ich an vielen Dingen dran. Ich arbeite wirklich viel an den Äußerlichkeiten meines Lebens. Und ich weiß, dass ich mehr Konzentration brauche. Da war zuletzt ab und zu viel durcheinander. Mein Trainer und ich wissen, dass wir auch
mit vielen kleinen Dingen zu einer Optimierung kommen können.
Das Interview führte Dietmar Fuchs, dpa