French Open Debakel für die Deutschen
Paris - Gegen den spanischen Sandplatzspezialisten Hernandez hatte Kohlschreiber in der zweiten Runde beim 6:7 (8:10), 1:6, 1:6 keine Chance und verpasste damit sein großes Ziel vom Einzug in die zweite Turnierwoche vorzeitig. Ebenfalls in der zweiten Runde musste sich die 24-Jährige Martina Müller aus Hannover der slowakischen Qualifikantin Dominika Cibulkova mit 3:6, 2:6 geschlagen geben. Sie war damit die letzte Hoffnung des deutschen Tennis Bundes (DTB).
"Ich will die deutsche Fahne so lang wie möglich hochhalten", hatte Kohlschreiber noch nach seinem mühsamen Auftaktsieg mit 17:15 im Entscheidungssatz gegen den Tschechen Lukas Dlouhy erklärt und die zweite Woche beim berühmtesten Sandplatzturnier der Welt als Ziel ausgegeben. Doch auf Nebenplatz sechs fand er gegen den passiven Hernandez, der nur bei Sandplatzplatzturnieren aufschlägt, letztlich nicht das Mittel zum Erfolg.
Als der erste Satz trotz der Unterstützung zahlreicher deutscher Fans im Tiebreak verloren ging, hatte Kohlschreiber den Faden endgültig verloren. Wie schon 2006 in Palermo musste er Hernandez ohne Satzgewinn nach 2:11 Stunden gratulieren. Das Achtelfinale bei den Australian Open bleibt damit vorerst sein bestes Ergebnis bei einem Grand Slam.
Den Sieg in Paris will zum dritten Mal in Folge Rafael Nadal erringen. Der spanische Champion folgte durch einen 6:2, 6:1, 6:4-Erfolg gegen den italienischen Qualifikanten Flavio Cipolla seinem großen Rivalen Roger Federer in die nächste Runde. Der Schweizer hatte sein zweites Match bereits gestern Abend gewonnen. Ebenfalls in der dritten Runde steht der hoch gehandelte Serbe Novak Djokovic, der in diesem Jahr nach Nadal die meisten Siege eingefahren hat und bereits 2006 das Viertelfinale der French Open erreicht hatte. Er gewann 6:3, 3:6, 6:3, 6:1 gegen den Franzosen Laurent Recouderc.
US-Männerteam komplett draußen
Der frühere Weltranglistenerste Lleyton Hewitt rang zudem nach 0:2-Satzrückstand den früheren Paris-Champion Gaston Gaudio noch 4:6, 3:6, 6:2, 6:4, 6:2 nieder. Bei den Frauen schafften Australian-Open-Siegerin Serena Williams, US-Open-Champion Maria Scharapowa und Ana Ivanovic jeweils in zwei Sätzen den Einzug in die dritte Runde. Zwei Tage nach ihrem bitteren Aus im Einzel war für Anna-Lena Grönefeld unterdessen auch im Doppel in der ersten Runde Endstation. Mit der Argentinierin Paola Suarez verlor die 21-Jährige aus Nordhorn 6:7 (3:7), 1:6 gegen Michaella Krajicek/Agnieszka Radwanska (Niederlande/Polen).
Gar nicht mehr dabei waren am fünften Turniertag die US-Herren. Gestern hatte sich in Robby Ginepri der neunte und letzte amerikanische Profi aus Paris verabschiedet und damit für ein historisches Debakel gesorgt: Zum ersten Mal seit 34 Jahren fand die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers bei den Herren ohne US-Beteiligung statt.
fpf/sid