French Open Federer mühelos, Reister überrascht
Titelverteidiger Federer: Problemlos in die nächste Runde
Foto: Lionel Cironneau/ APHamburg - Titelverteidiger Roger Federer ist bei den French Open in Paris in die dritte Runde eingezogen. Die Nummer eins der Tenniswelt setzte sich am Mittwoch ohne größere Probleme 7:6 (7:4), 6:2, 6:4 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla durch. In der nächsten Runde des mit 16,8 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Turniers trifft der Schweizer nun auf den Qualifikanten Julian Reister.
Reister schaffte überraschend als erster Deutscher den Sprung in die dritte Runde und feierte damit seinen mit Abstand größten Karriereerfolg. Die Nummer 165 der Weltrangliste besiegte den belgischen Routinier Olivier Rochus souverän 6:2, 6:2, 7:6 (7:5). Nach 2:13 Stunden und drei Regenunterbrechungen verwandelte Reister seinen zweiten Matchball. "Das ist ein Traum", sagte Reister, "ich genieße, das ist alles unglaublich." Bereits in der Runde zuvor hatte Reister beim Dreisatzerfolg gegen den gesetzten Feliciano Lopez aus Spanien überrascht. Reister hatte in Paris zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier nach drei Siegen in der Qualifikation das Hauptfeld erreicht.
Weniger gut als für Reister lief es für die anderen deutschen Teilnehmer in Paris. Qualifikant Tobias Kamke schied in der zweiten Runde aus. Der 24-Jährige verlor gegen den an Position 29 gesetzten Spanier Albert Montanes 3:6, 2:6, 1:6 und verpasste ein Drittrunden-Duell mit dem Vorjahresfinalisten Robin Söderling aus Schweden. "Das hat eine Riesenlust auf mehr gemacht. Im Moment fühle ich mich noch nicht so gut, aber bald überwiegt die Freude", sagte Kamke. Der Weltranglisten-157. hatte erst zum zweiten Mal in seiner Karriere das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Auch Davis-Cup-Spieler Andreas Beck ist in der zweiten Runde gescheitert. Der Stuttgarter unterlag am Mittwoch in Paris dem Schweizer Stanislas Wawrinka 1:6, 4:6, 4:6.
Greul scheitert nach Regenpause
Für Simon Greul war bereits nach einer Hängepartie über zwei Tagen in der ersten Runde Schluss. Greul verlor seine Auftaktpartie 4:6, 6:7 (7:9), 4:6 gegen Xavier Malisse aus Belgien. Das Match war am Dienstabend wegen Regens beim Stand von 1:1 und 40: 40 im dritten Satz abgebrochen worden. Am Mittwoch stand Greul dann nur noch knapp eine halbe Stunde auf dem Platz, ehe Malisse seinen zweiten Matchball verwandelte. Der Weltranglisten-64. Greul war auch bei seinen bisherigen beiden Teilnahmen bei den French Open jeweils in der ersten Runde gescheitert.
Nichts zu gewinnen gab es auch für die deutschen Teilnehmerinnen. Angelique Kerber verpasste eine Überraschung knapp. Sie musste sich Turnier-Geheimfavoritin Aravane Rezai aus Frankreich 2:6, 6:2, 3:6 geschlagen geben. Kerber verpasste in Paris ihren zweiten Drittrundeneinzug bei einem Grand-Slam-Turnier. Erstmals war der 22-Jährigen dies im Januar bei den Australian Open gelungen.
Auch Andrea Petkovic verpasste denkbar knapp eine Überraschung: Die Nummer eins des deutschen Damentennis vergab gegen Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa im zweiten Satz vier Matchbälle. Am Ende unterlag Petkovic der Weltranglisten-Sechsten aus Russland noch 6:4, 5:7, 4:6. "Das ist sehr bitter. Bei den Matchbällen wollte ich einfach zu viel", sagte die 22-Jährige mit Tränen in den Augen. Petkovic verpasste damit ihre erste Drittrundenteilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier. Kusnezowa trifft nun auf ihre an Nummer 30 gesetzte Landsfrau Maria Kirilenko.