French Open Federer rutscht gegen Kuerten aus
Paris - Der an Nummer eins gesetzte Federer unterlag Kuerten in der dritten Runde mit 4:6, 4:6, 4:6 und lieferte die nächste große Überraschung im Turnier der gestrauchelten Favoriten.
Andre Agassi war schon in der ersten Runde gegen den unbekannten Franzosen Jerome Hähnel gestolpert, Titelverteidiger Juan Carlos Ferrero schied nach seinem Auftaktsieg gegen Tommy Haas in der zweiten Runde gegen den Russen Igor Andrejew aus, nun erwischte es auch Federer: Nach 2:03 Stunden verwandelte Kuerten auf dem Court Central mit einem starken Aufschlag seinen ersten Matchball. Sichtlich gerührt hob der Publikumsliebling beide Hände in den blauen Himmel und ließ sich von den 16.000 Zuschauern feiern.
Pariser Liebe macht Kuerten stark
"Es ist wie eine Liebesgeschichte zwischen mir und dem Publikum", sagte der an Nummer 28 gesetzte Brasilianer, der die French Open 1997, 2000 und 2001 gewonnen hatte. "Wäre es nicht Paris gewesen, hätte ich gar nicht gespielt. Jedes andere Turnier hätte ich abgesagt." Seit sich Kuerten 2002 an der Hüfte operieren ließ, hat er gesundheitliche Probleme. Auch vor den French Open pausierte er vier Wochen lang, um die Hüfte zu schonen. Federer war klarer Favorit. Auf Sand hatte der Hamburg-Sieger in diesem Jahr nur eines von zwölf Spielen verloren. Gegen Kuerten aber war er nicht gut genug. "Guga hat es verdient. Er hat sehr gut gespielt", gestand der 22-jährige Schweizer seine Unterlegenheit ein.