French Open Nadal bleibt Federers Angstgegner
Paris - Im Traumfinale musste sich der Weltranglistenerste aus der Schweiz wie im Vorjahr seinem Dauerrivalen Nadal 3:6, 6:4, 3:6, 4:6 geschlagen geben und verpasste erneut seinen letzten noch fehlenden Grand-Slam-Titel. Der Spanier verwandelte nach 3:10 Stunden seinen ersten Matchball und bleibt damit auch bei seinem dritten Paris-Auftritt hintereinander ungeschlagen. Dieses Kunststück war zuletzt Rekordgewinner Björn Borg vor 27 Jahren gelungen. "Das ist ein echter Traum. Ich liebe diesen Platz. Und es tut mir leid für Roger, er ist ein großer Champion", sagte Nadal.
French-Open-Sieger Nadal: 21 Spiele in Paris ungeschlagen
Foto: AFPWährend der Sand von Roland Garros für Federer immer mehr zum roten Tuch wird, schraubte Nadal seine imposante Bilanz auf 21 Siege hintereinander in Paris. Überglücklich nahm er nach einem über weite Strecken hochklassigen Match den Coupe des Mousquetaires aus den Händen des dreimaligen Champions Gustavo Kuerten aus Brasilien entgegen. Nur sieben Spieler inklusive Nadal haben nun drei oder mehr Titel in Paris gewonnen.
Als Belohnung für den insgesamt 22. Titel seiner Karriere erhält der 21-Jährige eine Million Dollar Preisgeld. Der vier Jahre ältere Federer muss sich mit der Hälfte trösten und bleibt vorerst bei zehn Grand-Slam-Titeln stehen. Dabei war der Eidgenosse bei seiner neunten Paris-Teilnahme seit seinem Grand-Slam-Debüt 1999 so zuversichtlich wie selten in das Duell mit Nadal gegangen. Schließlich hatte er Nadal zuletzt in Hamburg im sechsten Aufeinandertreffen noch erstmals auf Sand bezwungen und dessen Serie von 81 Sandsiegen hintereinander geknackt.
Doch ein Jahr nach der Viersatzniederlage gegen Nadal am selben Ort musste er nach 27 Erfolgen in Serie bei Major-Turnieren wieder eine Pleite hinnehmen. Geplatzt ist damit vorerst der Traum, als erst sechster Spieler, Siege bei allen vier Grand-Slam-Turnieren perfekt zu machen. "Ich habe gegen einen großartigen Spieler verloren. Aber ich war näher dran als im letzten Jahr. Und nächstes Jahr werde ich es wieder versuchen", sagte Federer.
Als bislang letzter Spieler hatte Andre Agassi vor acht Jahren diesen Karriere-Grand-Slam in der französischen Hauptstadt komplett gemacht. Federer bleibt dagegen auch der "echte" Grand Slam mit Siegen bei den vier bedeutendsten Turnier in einem Kalenderjahr weiter verwehrt.
mig/sid