French Open Nadal und Puerta im Finale
Paris - Wild entschlossen und im Stile eines Champions hat Rafael Nadal Tennis-Profi Roger Federer entzaubert und ist ins erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere gestürmt. An seinem 19. Geburtstag gewann Nadal das Halbfinale der French Open gegen den vier Jahren älteren Federer 6:3, 4:6, 6:4, 6:3.
Damit kann er sich gleich bei seinem Paris-Debüt zum jüngsten Sieger von Roland Garros seit Michael Chang 1989 krönen. "Ich kann es nicht glauben, dass ich im Finale stehe", sagte Nadal: "Federer ist der Beste der Welt. Er ist ein Phänomen, aber heute habe ich Glück gehabt."
Puerta fühlt sich "wie im Paradies"
Im Finale trifft Nadal am Sonntag auf den ungesetzten Argentinier Mariano Puerta, der sich mit 6:3, 5:7, 2:6, 6:4, 6:4 gegen den Russen Nikolaj Dawydenko durchgesetzt hatte. "Ich fühle mich wie im Paradies. Dieses Turnier hat mein Leben verändert", freute sich Puerta nach seinem Sieg gegen Dawydenko.
Mit Puerta erreichte zum dritten Mal nacheinander ein ungesetzter Spieler das Finale der French Open. In Roland Garros ist er die letzte Hoffnung der argentinischen Fans. Vergangenes Jahr hatten Gaston Gaudio und Guillermo Coria den Titel noch unter sich ausgemacht. Beide waren jedoch bereits vorzeitig gescheitert.
Puerta war nach einer neunmonatigen Dopingsperre erst im Juli 2004 wieder auf die ATP-Tour zurückgekehrt und spielt in Paris sein erstes Grand-Slam-Turnier seit den US Open 2003. In diesem Jahr hat der 26-Jährige, der positiv auf das anabole Steroid Clenbuterol getestet worden war, bislang nur Sandplatzturniere bestritten und dabei den Titel in Casablanca gewonnen.
Gegen Dawydenko, der in der Nähe von Trier lebt und erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreichte, machte Puerta wie schon beim Viertelfinalsieg gegen seinen Landsmann Guillermo Canas einen 1:2-Satzrückstand wett. Dabei profitierte der Linkshänder bei teilweise spektakulären Ballwechseln und langen Grundlinienduellen auch von seiner besseren Physis. Nach 3:29 Stunden verwandelte Puerta seinen ersten Matchball.
Dawydenko tröstet sich mit 220.000 Euro
Damit revanchierte er sich auch für die Niederlage gegen Dawydenko vor drei Wochen beim Masters-Turnier in Hamburg. Während Puerta mit dem Finaleinzug schon 440.000 Euro Prämie verdient hat, durfte sich Dawydenko einen Tag nach seinem 24. Geburtstag mit 220.000 Euro trösten. Er wird trotz der Niederlage auf den dritten Platz in der Jahreswertung (Champions Race) vorrücken.
Der Schweizer Federer muss nach der bitteren Niederlage weiter auf seinen ganz persönlichen Grand Slam warten. Dem überragenden Spieler der letzten Jahre fehlt nach zwei Wimbledonsiegen sowie den Triumphen bei den Australian und US Open nur noch der Titel auf dem roten Sand von Roland Garros, um das `Quartett" mit Siegen bei allen vier großen Turnieren perfekt zu machen. Federer kündigte nach einem fairen Glückwunsch für Nadal aber an: "Ich werde zurückkommen."