Djokovic zum Aus bei den French Open "Bei mir hat nichts geklappt, bei ihm alles"
Djokovic (l.) und Thiem
Foto: Adam Pretty/ Getty ImagesTitelverteidiger Novak Djokovic ist bei den French Open im Viertelfinale gescheitert. Der Serbe musste sich in Paris dem Österreicher Dominic Thiem deutlich 6:7 (5:7), 3:6, 0:6 geschlagen geben. Thiems kommender Gegner ist der Top-Favorit Rafael Nadal, der ebenfalls das Halbfinale erreicht hat. Das zweite Halbfinale bestreiten Stan Wawrinka aus der Schweiz und der britische Weltranglistenerste Andy Murray.
Der 23 Jahre alte Thiem feierte im sechsten Vergleich mit dem Serben seinen ersten Erfolg. Auf Augenhöhe begegneten sich die Kontrahenten nur im 73-minütigen Auftaktsatz. Danach drängte der Österreicher seinen Gegner mit starken Grundlinienschlägen immer wieder in die Defensive.
"Es ist hart, diese Niederlage zu kommentieren. Im dritten Satz hat bei mir nichts geklappt, bei ihm alles. Es ist ein Fakt, dass ich momentan nicht annähernd an meine beste Leistung herankomme. Und ich weiß das", sagte Djokovic. Er habe in den vergangenen sieben, acht Monaten nicht viel gewonnen: "Das ist eine neue Situation und eine große Herausforderung für mich."
Nadal profitierte in seinem Viertelfinale von der verletzungsbedingten Aufgabe seines Landsmanns Pablo Carreño Busta. Der 25 Jahre alte Carreño Busta musste beim Stand von 2:6 und 0:2 aufgeben. Die Partie dauerte lediglich 51 Minuten.
Rafael Nadal (rechts) und Pablo Carreño Busta
Foto: GABRIEL BOUYS/ AFPMöglicherweise könnte Nadal die längere Regenerationszeit zugutekommen. Der Spanier stand während des laufenden Wettbewerbs etwa acht Stunden auf dem Platz. Sein Halbfinal-Konkurrent Thiem war knapp über zehn Stunden im Einsatz.
Der Triumph in Paris - und damit der zehnte Titel - wäre für Nadal eine historische Leistung. In der Open Era seit 1968 ist es noch keinem Profi gelungen, ein Grand-Slam-Turnier so oft zu gewinnen. Derzeit teilt sich der 31 Jahre alte Nadal den Rekord mit Martina Navrátilová. Die gebürtige Tschechoslowakin hatte in Wimbledon zwischen 1978 und 1990 insgesamt neunmal triumphiert.
Wawrinka gewann gegen den Kroaten Marin Cilic 6:3, 6:3, 6:1 und benötigte für seinen Sieg nur 1:40 Stunden. Damit steht der Schweizer zum dritten Mal in Folge im Halbfinale. Murray hatte im ersten Satz gegen Kei Nishikori große Mühe und verlor 2:6 gegen den Japaner. Dann aber fand Murray zu seinem Spiel und gewann die nächsten drei Sätze 6:1, 7:6 und 6:1.