Frühform Boonen gewinnt auch Paris-Roubaix
Roubaix - Nur eine Woche nach seinem Triumph bei der Flandern-Rundfahrt machte Boonen im Velodrome von Roubaix seinen nächsten Sieg vor dem US-Amerikaner George Hincapie (Discovery) und Fassa-Bortolo-Profi Juan Antonio Flecha (Spanien) im Schlussspurt perfekt. Dem schwedischen Vorjahresieger Magnus Bäckstedt (Liquigas) blieb bei der 103. Auflage von Paris-Roubaix 1:05 Minuten zurück nur der vierte Platz.
Als 16. war T-Mobile-Kapitän Steffen Wesemann mit einem Rückstand von 3:49 Minuten bester Deutscher. Er hatte bei dem 259 Kilometer langen Rennen mit etlichen Passagen auf dem gefürchteten Kopfsteinpflaster wegen einiger Pannen den Kontakt zu einer exzellent besetzten Angreifergruppe verloren.
Eine Aufarbeitung der Fahrt durch die "Hölle des Nordens" kündigte T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer an: "Wir müssen klären, wie es dazu gekommen ist, dass wir über 180 Kilometer das Rennen bestimmen und dann keiner überbleibt. Alleine konnte Steffen nichts mehr machen." Der Cottbuser Heinrich Haussler vom Team Gerolsteiner wurde 4:52 Minuten zurück 25.
Boonen auch Spitzenreiter der ProTour
Boonen ist erst der neunte Fahrer innerhalb von 82 Jahren, dem das Double bei den Frühjahrsklassikern Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix gelang. Zuletzt war seinem Landsmann Peter van Petegem vor zwei Jahren dieses Kunststück geglückt, erstmals hatte der Schweizer Henri Suter 1923 bei beiden Rennen in einem Jahr triumphiert.
"Die beiden Siege haben mein Selbstvertrauen gestärkt. Jetzt will ich auch das Grüne Trikot bei der Tour de France und bei der Weltmeisterschaft gewinnen," sagte Boonen.
Nach dem 7. von 27 Rennen der neu geschaffenen ProTour-Serie führt der 24-Jährige auch das Gesamtklassement mit 112 Punkten vor Italiens Sprintstar Alessandro Petacchi (93) an. Hinter Spaniens Weltmeister Oscar Freire (Rabobank/78) hat Hincapie wie sein Landsmann Bobby Julich (CSC) 75 Punkte auf dem Konto.