Fußball DFB-Frauen holen Bronze
Athen - Ganz anders als beim 1:2 n.V. im Halbfinale gegen die USA gingen die deutschen Frauen engagiert und schwungvoll in das Spiel um Platz drei gegen Schweden. Es entwickelte sich mit dem Anpfiff ein offener und unterhaltsamer Schlagabtausch mit Tormöglichkeiten am Fließband.
In den Blickpunkt gerieten dabei die Torhüterinnen. Und Deutschlands Nummer 1 Silke Rottenberg, die im Halbfinale gegen die Amerikanerinnen noch gepatzt hatte, präsentierte sich in ihrem Jubiläumsspiel (100 Länderspiele), für das sie vor Spielbeginn von Fifa-Präsident Joseph Blatter und DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder geehrt worden war, in Topform. Allein Mitte der ersten Halbzeit verhinderte die Torfrau vom FCR Duisburg innerhalb von 180 Sekunden mit drei Paraden gegen Hanna Ljungberg (21./23.) und Frida Östberg (24.) den 1:1-Ausgleich.
"Ich hatte mir Großes vorgenommen", kommentierte Rottenberg, "wir wollten diese Medaille und den Kranz auf dem Kopf. Wir hatten Gold verspielt und wollten einen schönen Abschluss mit der Bronzemedaille. Darauf können wir stolz sein." Bundestrainerin Tina Theune-Meyer hob die Leistung der Torfrau ausdrücklich hervor: "Heute war sie klasse. Silke hat alles rausgeholt, was zu halten war." Auch die Trainerin bewertete Platz drei als versöhnlichen Abschluss: "Wir hatten gegen die USA schlecht gespielt. Heute haben wir es besser gemacht und den Sieg verdient."
Auch Schwedens Torfrau Caroline Jönsson stellte ihr Können mehrfach unter Beweis, etwa in der 38. Minute, als sie einen Kopfball der sehr agilen Potsdamerin Conny Pohlers spektakulär an die Latte lenkte. Allerdings patzte die 26-Jährige folgenschwer beim Gegentor von Lingor, als sie den harmlosen Schuss der Frankfurterin über die Hände ins Tor gleiten ließ.
USA gewinnen Finale gegen Brasilien> Insbesondere in der Offensive wirkte das deutsche Team, in dem die Potsdamerin Petra Wimbersky für Pia Wunderlich (FFC Frankfurt) in die Anfangsformation gerückt war, wie ausgewechselt. Druckvoll und zielstrebig ging die Mannschaft zu Werke, zielte aber schlecht. Nach dem Seitenwechsel hätte Birgit Prinz frühzeitig die Führung ausbauen können. Doch aus kurzer Distanz verzog sie mit dem linken Fuß (52.). Schon in der 2. Minute hatte die Frankfurterin eine erste Großchance zu ihrem sechsten Turniertreffer ausgelassen.
Zum Glück war weiterhin Verlass auf Rottenberg, die erneut einen Schuss von Ljungberg mit den Fäusten entschärfte (67.). Doch weil auch Pohlers in der 86. Minute freistehend das Tor verfehlte, musste das Team von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer bis zum Schlusspfiff um die Medaille zittern.
Das Finale haben im Anschluss an das deutsche Match die US-Fußballerinnen gewonnen. Das Team um Mia Hamm besiegte Brasilien mit 2:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung. Für die USA war es der zweite Olympiasieg nach 1996. Vor 5000 Zuschauern im Karaiskaki Stadium erzielten Lindsay Tarpley (37.) und Ally Wambach (112.) bei einem Gegentreffer von Pretinha (73.) die Tore für den Halbfinal-Bezwinger von Weltmeister Deutschland.
Deutschland - Schweden 1:0 (1:0)
1:0 Lingor (17.)
Deutschland: Rottenberg (FCR Duisburg) - Stegemann (Heike
Rheine), Jones (1. FFC Frankfurt), Minnert (SC Bad Neuenahr) ab der
55. Günther (Hamburger SV), Hingst (Turbine Potsdam) - Garefrekes
(1. FFC Frankfurt), Odebrecht (Turbine Potsdam) ab der 55. Omilade
(Turbine Potsdam), Wimbersky (Turbine Potsdam) ab 82. Fuss (FSV
Frankfurt), Lingor (1. FFC Frankfurt) - Prinz (1. FFC Frankfurt),
Pohlers (Turbine Potsdam)
Schweden: Jönsson - Törnqvist, Marklund, Bengtsson (76.
Schelin), Larsson - Östberg, Moström, Andersson, Sjöström -
Ljungberg, Svensson (43. Sjögran)
Schiedsrichterin: Kari Seitz (USA)
Zuschauer: 4000