Gegenangriff: Otto wittert Verleumdung - DER SPIEGEL
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Gegenangriff Otto wittert Verleumdung

Einen Tag nach dem Auftauchen neuer Dopingvorwürfe hat sich die frühere DDR-Schwimmerin Kristin Otto in einer schriftlichen Erklärung energisch zur Wehr gesetzt.
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Hamburg - In dem Brief, der am Mittwoch über Nachrichtenagenturen verbreitet wurde, erklärt Otto, dass sie sich rechtliche Schritte vorbehalte. Am Dienstag hatte ein Leipziger Oberstaatsanwalt bestätigt, dass Otto auf einer Liste von neun gedopten DDR-Schwimmerinnen steht. Die Gruppe hatte einst unter dem ehemaligen Leipziger Schwimmtrainer Stefan Hetzer trainiert, der am Dienstag vom Amtsgericht Leipzig wegen Körperverletzung durch Doping rechtskräftig und zu einer Geldstrafe von 15.000 Mark verurteilt wurde. Hetzer hatte den Straftatbestand eingestanden.

Otto leugnet weiterhin, dass sie in die DDR-Dopingaffäre verstrickt gewesen sei. Regelmäßig vor internationalen sportlichen Höhepunkten, schrieb die jetzt für das ZDF als Sportreporterin tätige Otto in ihrer Erklärung, werde sie "mit der - letztlich internationalen - Dopingproblematik im Spitzensport verleumderisch in Verbindung gebracht." Sie betonte noch einmal, dass es während ihrer langjährigen Karriere "bei dutzenden Dopingkontrollen keinen einzigen - auch nur annähernden - 'positiven' Befund gegeben hat."

Immer wieder werde versucht, so Otto, "mit zielgerichteten wiederholenden, wohl terminierten auf Spekulationen basierenden Verdächtigungen mir Unredlichkeit mit dem Ziel zu unterstellen, meine heutige berufliche Laufbahn wegen meiner DDR-Vergangenheit und meinen außergewöhnlichen sportlichen Leistungen - nach dem Motto: es kann nicht sein, was nicht sein darf! - zu zerstören."

Auf ihre Tätigkeit als ZDF-Reporterin für die olympischen Schwimmwettkämpfe haben die neuen Vorwürfe keinen Einfluß. ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann sagte gegenüber der Tageszeitung "Die Welt", er sehe in der Sache "eine alte Geschichte" und "keinen Grund, warum wir Kristin nicht in Sydney kommentieren lassen sollten".