Gehen: Spitzenleistung von Melanie Seeger - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gehen Spitzenleistung von Melanie Seeger

Obwohl die Russin Olimpiada Iwanowa beim Gehen über 20 Kilometer das Maß aller Dinge war, durfte sich Melanie Seeger aus Potsdam über einen ausgezeichneten siebten Platz freuen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Edmonton - Olimpiada Iwanowa hat sich nach einem Start-Ziel-Sieg in 1:27:48 Stunden ganz überlegen den Titel über 20 Kilometer Gehen vor Walentina Tsybulskaja (Weißrussland/1:28:49) und Elisabetta Perrone (Italien/1:28:56) gesichert. Beste Deutsche war Melanie Seeger, die als Siebte auch einen deutschen Rekord aufstellte.

"Nicht mehr als ein Training"


Die neue Weltmeisterin, 1997 als Vizeweltmeisterin positiv getestet und für zwei Jahre gesperrt, hate die Weltbestzeit am 4. März auf 1:24:50 Stunden verbessert und war von der Konkurrenz nicht aufzuhalten. Von Beginn an diktierte sie das Tempo. Als ihre Landsfrau und Atlanta-Olympiasiegerin Jelena Nikolajewa nach dem 10. Kilometer disqualifiziert wurde, marschierte sie ungefährdet dem Titel entgegen. "Ich bin wirklich glücklich über diesen Sieg. Meine Taktik war es, von Beginn an zu führen. Das Rennen war sehr leicht für mich, nicht mehr als ein Training", sagte sie.

Jubel auch im deutschen Lager. Melanie Seeger, 24, steigerte ihre deutsche Bestzeit um 11 Sekunden auf 1:30:41 Stunden und schlug im Ziel vor lauter Freude über ihre gute Platzierung die Hände vor das Gesicht. "Unglaublich, ich kann es nicht fassen, so gut abgeschnitten zu haben. Das war der beste Wettkampf meines Lebens", strahlte sie auch über die 5000 Dollar Prämie, die damit verbunden waren. In einem Wettbewerb mit vielen Disqualifikationen von namhaften Geherinnen, unter ihnen auch Titelverteidigerin Hongyu Li (China), blieb die Deutsche ohne jede Verwarnung.

Trainingslager hat sich bewährt


"Das ist mein ganz, ganz großer Vorteil. Ich muss keine Angst vor dem Wettkampf haben", betonte die Bundeswehr-Angehörige, die mit sauberer Technik überzeugen konnte. Im Höhentraining in Flagstaff hat sie bis zu 185 Kilometer die Woche trainiert. "Diese hohe Belastung hat sich gelohnt, ich bin so glücklich", strahlte die derzeit einzige deutsche Spitzengeherin von Format. Nach Rang fünf von Beate Anders 1993 in Stuttgart über 10 Kilometer schaffte sie das beste Ergebnis einer deutschen Geherin. Angst, dass sie das Preisgeld wegen fehlender Doping-Kontrollen nicht bekommen könnte, hat sie nicht: "Ich habe genügend Trainingskontrollen und mich schon gewundert, dass einige so wenig haben."