Geplatzte Olympia-Träume: Dopingfahnder greifen durch - DER SPIEGEL
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Geplatzte Olympia-Träume Dopingfahnder greifen durch

Vier Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Athen bröckelt das Starterfeld immer mehr. Zwei Mitglieder des griechischen Baseball-Teams wurden in der A-Probe positiv auf Dopingmittel getestet. Schon am Wochenende gingen den Fahndern zwei weitere Athleten ins Netz.
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Athen - Bereits am Samstag hatte das irische NOK mitgeteilt, Langstreckenläufer Cathal Lombard habe die Einnahme des Blutdopingmittels Epo gestanden. "Es gibt nichts zu beschönigen. Niemand sonst war involviert. Ich habe es getan", gab er im Gespräch mit der irischen Zeitung "Irish Examiner" unumwunden zu. Lombard war bei Olympia für Starts über die 5000-Meter- und 10.000-Meter-Strecke vorgesehen. Nun aber erwarten ihn Anhörungen vor dem IOC in Athen am Montag und dem irischen NOK einen Tag später.

In der Olympia-Mannschaft der Gastgeber wurden sogar gleich zwei Athleten positiv getestet. Die Greco-Amerikaner Andrew James Black und Derek Nikolson, Mitglieder im griechischen Baseball-Team, warten allerdings noch auf die Auswertung ihrer B-Probe. Laut Panagiotis Mitsiopoulos, Chef des griechischen Baseball-Verbandes, habe einer der Spieler für das bei ihm festgestellte Diuretikum ein Rezept aus den USA. Diuretika werden allerdings auch häufig zur Verschleierung von Steroid-Doping eingesetzt. "Ich hoffe, es wird akzeptiert, dass er das Mittel aus gesundheitlichen Gründen genommen hat", erklärte Mitsiopoulos, nahm aber keine Stellung zu dem anderen Verdächtigen, dessen A-Probe die Einnahme des Steroids Stanozol nachwies. Ein Großteil des griechischen Baseball-Kaders besteht aus Amerikanern, die eigens für die Spiele in Athen eingebürgert wurden.

Ebenfalls wegen eines Doping-Vergehens wird die türkische Leichtathletin Süreyya Ayhan in Athen fehlen. Berichten von TV-Sendern und Zeitungen vom vergangenen Freitag zufolge hatte die Europameisterin über 1500 Meter versucht, ihre Probe zu manipulieren, indem sie fremdes Urin eingereicht hatte. Zunächst war berichtet worden, Ayhan gehe wegen einer Verletzung nicht an den Start.

Am Montag wurde zudem der frühere Straßenrad-Weltmeister Oscar Camenzind aus der Schweiz aus dem Verkehr gezogen, nachdem er positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden war. Der Schweizer Radsport-Verband strich Camenzind daraufhin aus dem Olympia-Aufgebot. Der Verband prüft derzeit, ob ein Ersatzfahrer für den Weltmeister von 1998 nominiert werden soll. Camenzinds Rennstall Phonak stellte den 33-Jährigen nach Bekanntgabe des Ergebnisses umgehend frei. "Das Team hat mit diesem Vorfall nichts zu tun", erklärte der Schweizer, der die volle Verantwortung übernahm und auf eine B-Probe verzichtete.