Gesundheitscheck: Tourleitung sperrt Mayo-Helfer - DER SPIEGEL
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Gesundheitscheck Tourleitung sperrt Mayo-Helfer

Die 91. Tour de France hat zwei Tage vor dem Start am Samstag in Lüttich ihren ersten Dopingverdächtigen. Bei Blutkontrollen wurde im Euskatel-Team des spanischen Mitfavoriten Iban Mayo bei einem Fahrer ein überhöhter Hämatokritwert festgestellt. Gerüchte über ein neues Super-Epo kursieren bereits.
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Lüttich - Der 26-jährige Baske Gorka Gonzalez wurde am Donnerstag von den Veranstaltern als "unfit" deklariert. Wahrscheinlich wiesen seine Blutwerte Unregelmäßigkeiten auf, die einen Doping-Verdacht nahe legen. Das Euskaltel-Team darf zwei Tage vor dem Prolog in Lüttich Gonzalez nicht mehr ersetzen und muss die dreiwöchigen Strapazen mit acht statt den erlaubten neun Fahrern bestreiten. Bereits vor dem Start der "Bicicleta Basca" im vergangenen Monat musste der Euskaltel-Fahrer David Etxabarria wegen unregelmäßiger Blutwerte gesperrt werden.

Bei allen anderen 188 Fahrern, die sich am Donnerstag in Lüttich untersuchen lassen mussten, gab es keine Unregelmäßigkeiten. Alle erhielten die Starterlaubnis für 91. Tour de France. Auch Jan Ullrich, Lance Armstrong und Erik Zabel bestanden den Fitnesstest anstandslos.

Renner auf dem italienischen Schwarzmarkt

Dennoch schweben zwei Tage vor dem Prolog in Lüttich dunkle Wolken über der diesjährigen Tour. Die in Doping-Fragen immer bestens informierte französische "Le Monde" berichtete in ihrer Donnerstag-Ausgabe von einem neuen "Super-Epo", das in Fahrer-Kreisen kursieren soll. Das zum Blut-Doping geeignete Präparat gegen Anämie und Blutkrebs sei noch in der medizinischen Erprobungsphase, sei auf dem Schwarzmarkt in Italien aber bereits erhältlich. Das von einem Schweizer Pharma-Konzern hergestellte Mittel ("Cera") soll erst 2007 auf den Markt kommen.

Anders als andere Präparate zur Erhöhung der Zahl der roten Blutkörperchen und damit zur Steigerung der Sauerstoff-Transport-Kapazität im Blut sei "Cera" bei keiner Kontrolle nachzuweisen. Außerdem würde eine gespritzte Dosis für die Dauer der gesamten Tour de France reichen. "Andere Mittel, die dazu noch eine geringere Wirkung hätten, müssten zwei bis drei Mal nachgespritzt werden", zitierte das angesehene Blatt Professor Michel Audran aus Montpellier.

Trotz der angekündigten harten Politik des Tour-Direktoriums, auf Fahrer, gegen die in Zusammenhang mit Doping ermittelt wird, vom Rennen auszuschließen, steht laut "Le Monde" trotzdem ein belasteter Profi am Start: bei Alessio (Italien) der Slowene Martin Hvastja, der seit dem Giro d'Italia 2001 im Fadenkreuz der Ermittler steht.

Wirbel um Rebellin

Bei einer vergleichbaren Polizei-Aktion vor drei Jahren war auch der Gerolsteiner-Star Davide Rebellin (Italien) mit einer versteckten Kamera aufgenommen worden. Die Aufnahmen zeigen laut "Le Monde", wie sich der Weltcup-Spitzenreiter selbst eine Spritze setzt. Rebellin hatte seinen Tour-Verzicht bereits im April angekündigt. Der Prozess gegen ihn beginnt am 6. Juli in Padua. Von dem Auftakt ist dem Beschuldigten eigenen Angaben zufolge nichts bekannt: "Wir haben eben mit Rebellin in Monte Carlo telefoniert. Er ist gerade aus dem Urlaub zurück. Er hat in Monte Carlo weder eine Vorladung von einem Gericht vorliegen noch weiß er, warum er beschuldigt werden soll", erklärte sein Team-Chef Hans-Michael Holczer am Donnerstag in Lüttich.

Wegen laufender Ermittlungen sind folgende Profis, die als sichere Tourstarter galten, von ihren Teams nicht benannt worden: Cedric Vasseur (Frankreich) und David Millar (Schottland) von Cofidis, Danilo di Luca, Eddy Mazzoleni und Alessandro Spezialetti (alle Italien) von Saeco, Mario Scirea und Alessio Galetti (beide Italien) von der Cipollini-Mannschaft Domina Vacanze sowie der Italiener Fabio Sacchi, Team-Kollege vom italienischen Super-Sprinter Alessandro Petacchi.