Gewichtheben: Kräftige Athleten, kräftig Doping - DER SPIEGEL
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Gewichtheben Kräftige Athleten, kräftig Doping

Die Gewichtheber glänzen in Athen vor allem durch rekordverdächtiges Doping. Bislang wurden schon sieben Athleten positiv auf verbotene Substanzen getestet. Auch bei den Olympischen Spielen in Sydney waren die starken Männer und Frauen wiederholt wegen Dopings aufgefallen.
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Athen - Die Gewichtheber bekommen derzeit hart die Anti-Doping-Linie von IOC-Präsident Jacques Rogge zu spüren. Heute wurden sechs weitere Athleten nach positiven Proben vom Gewichtheber-Weltverband (IWF) von den Spielen ausgeschlossen. Bereits am Montag war die Olympia-Vierte Aye Khine Nan aus Myanmar (Birma) wegen des Missbrauchs eines anabolen Steroids disqualifiziert worden.

Die jetzt aufgefallenen Dopingsünder sind Zoltan Kecskes aus Ungarn, Viktor Chislean aus Moldawien, die Inderin Pratima Kumari Na, die Türkin Sahbaz Sule, Wafa Ammouri aus Marokko und eine weitere Inderin, deren Name nicht veröffentlicht wurde. Ammouri war schon gestern von den Spielen ausgeschlossen worden. Die IWF bestätigte jedoch erst heute die Entscheidung offiziell. Die sechs Gewichtheber waren alle nach ihrer Ankunft in Athen getestet worden. Vier von ihnen hatten mit anabolen Steroiden gedopt.

Die IWF gab außerdem bekannt, dass alle sieben Dopingsünder von Athen automatisch für die olympischen Spiele in Peking 2008 gesperrt werden. Ihnen droht zudem eine Sperre von mindestens zwei Jahren.

Der bislang prominenteste Fall ist die türkische Europameisterin von 2002, Sahbaz. Kurios: Bei der Weltmeisterschaft 2003 gewann sie eine Bronzemedaille, weil die vor ihr platzierte Armenierin Davtyan wegen Dopings disqualifiziert worden war.

IOC-Präsident Rogge zeigte sich über die erfolgreiche Arbeit der Dopingfahnder erfreut. "Das IOC lobt die Arbeit und die Entschlossenheit des Gewichtheberverbandes in seinem Kampf gegen Doping durch das systematische Testen seiner Athleten", sagte Rogge. Eine dubiose Sportart bleibt das Gewichtheben trotzdem. Außer den sieben Athleten bei Olympia wurden in diesem Jahr noch 14 weitere Weltklasse-Gewichtheber positiv getestet.

Schon bei den olympischen Spielen in Sydney hatten gedopte Gewichtheber für etliche Negativschlagzeilen gesorgt. Damals waren zeitweise die kompletten Mannschaften aus Bulgarien und Rumänien von den Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Die Bulgaren mussten drei Medaillen wieder zurückgeben.

Durch die strengen Kontrollen in Athen ist es gelungen, dass die Mehrheit der Dopingsünder erst gar nicht an den Start gehen durfte. Einzig Aye Khine Nan hatte an ihrem Wettkampf teilgenommen, kam aber nur auf den vierten Platz.