Giro d'Italia Cipollini gewinnt in Münster nach Massensprint
Münster - Über einen Heimsieg in Münster konnte sich keiner der 15 deutschen Giro-Starter freuen. Cipollini war im Spurt vor zehntausenden begeisterten Zuschauern nicht zu gefährden. Der Exzentriker aus der Toskana feierte seinen 35. Giro-Erfolg und den insgesamt 172. Sieg in 15 Jahren.
Die Australier Graeme Brown und Robbie McEwen landeten auf den Plätzen zwei und drei hinter dem diesjährigen Sieger von Mailand-San-Remo und Gent-Wevelgem. Danilo Hondo aus Cottbus, im Vorjahr zweifacher Etappensieger, wurde Vierter. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel hatte sich ein Massensturz ereignet, bei dem sich einige Fahrer ernsthaft verletzten. Den Sprint um den Sieg nahmen nur etwa 50 Fahrer in Angriff.
Cipollinis Zeitgutschriften für seinen 35. Etappensieg und der Erfolg beim Zwischensprint in Emsdetten reichten dem italienischen Topstar für den Sprung an die Spitze der Gesamtwertung. Grundlage war eine gute Prolog-Platzierung in Groningen mit nur 15 Sekunden Rückstand auf den Sieger Dominguez.
Der ungewöhnliche Giro-Auftakt im Norden konnte als Erfolg
verbucht werden. Über 100.000 Zuschauer in Groningen versprühten
südländisches Temperament. In Münster verwandelten rund 150.000 Zuschauer die Stadt, die sich die
Giro-Einladung rund 350.000 Euro kosten ließ, trotz
kühler Witterung in eine Party-Meile. Allerdings erreichte die Begeisterung nicht die
Ausmaße des Freiburg-Ausflugs der Tour de France vor zwei Jahren.