Glatte Sache: Brand-Bart als EM-Trophäe - DER SPIEGEL
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Glatte Sache Brand-Bart als EM-Trophäe

Am EM-Triumph gegen Slowenien hatten die deutschen Spieler doppelt Freude. Neben der sportlichen Ehre konnten sie sich auch noch an einer ganz besonderen Darbietung ergötzen. Bundestrainer Heiner Brand musste ein Versprechen einhalten und ließ sich nach mehr als zwei Jahrzehnten seinen weltbekannten Schnauzbart abnehmen.
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Ljubljana - "Ich habe sie", rief Klaus-Dieter Petersen gestern abend durch den Raum und hielt die abgeschnittenen Barthaare triumphierend in die Höhe. Der Kieler Abwehrspezialist hatte im Friseursalon "Mirjam" als erster Hand an Brands Schnauzer anlegen dürfen. Mehr als 22 Jahre hatte der Bundestrainer seinen Bart gehegt.

Gut zehn Minuten dauerte die Prozedur in Ljubljana. Jeder der altgedienten Auswahlspieler durfte sich unter dem Blitzlichtgewitter zahlreicher Fotografen und im Scheinwerferlicht der Fernsehkameras sein Erinnerungsstück an den EM-Sieg abschneiden. "Mit dem Schnauzer geht hier keiner raus", sangen die Spieler, die das Finale gegen Gastgeber Slowenien mit 30:25 (16:10) gewonnen hatten, während der Aktion.

"Ich glaube, das werde ich in Ehren behalten", sagte Lemgos Kreisläufer Christian Schwarzer. Wie andere auch sicherte er sich auf einem Klebeband einige Barthaare des Bundestrainers, der innerhalb der Mannschaft in Anspielung auf das ehemalige und jüngst verstorbene NDR-Walross manchmal auch "Antje" genannt wurde.

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Handball-EM: Brands Bart ist ab

Foto: DPA

"Ich habe erstmals gesehen, dass Haut unter den Haaren ist", so der Ersatzkapitän Daniel Stephan. Petersen, der sich wie Henning Fritz, Mark Dragunski und Jan-Olaf Immel eine Glatze scheren ließ, fand: "Er sieht schon merkwürdig aus ohne Bart."

Brand selbst fühlte sich erleichtert: "Die Jungs wollten unbedingt, dass der Bart abkommt. Ich habe mich in mein Schicksal ergeben und den Bart für den Titel gerne geopfert." Ob sich Brand bis zu den Olympischen Spielen in Athen wieder einen Schnauzer wachsen lassen wird, hat er noch nicht entschieden: "Das muss ich erst noch mit meiner Frau diskutieren."

Gute Einschaltquote für das DSF

Weniger turbulent ging es heute Vormittag bei der Ankunft der deutschen Mannschaft in Frankfurt am Main zu. Rund 200 Fans und Hessens Ministerpräsident Roland Koch empfingen den neuen Handball-Europameister, der mit 66-minütiger Verspätung auf dem Rhein-Main-Airport gelandet war.

Die Live-Übertragung des Endspiels bescherte dem DSF mit 5,23 Millionen Zuschauern in der Spitze die zweitbeste Einschaltquote seit Bestehen des Senders. Im Schnitt verfolgten 4,4 Millionen das Finale; der Marktanteil betrug 16,6 Prozent. Das bislang beste Ergebnis erzielte das DSF im Mai 1993 beim Europapokalspiel zwischen Dortmund und Auxerre mit einer Quote von 4,88 Millionen Zuschauern.


Deutschland - Slowenien 30:25 (16:10)
Deutschland: Fritz (THW Kiel), Ramota (TBV Lemgo) - Kehrmann (9), Stephan (8/4/beide TBV Lemgo), Hens (6/HSV Hamburg), Schwarzer (2), Zerbe (2/beide TBV Lemgo), Jansen (2/HSV Hamburg), Zeitz (1/THW Kiel)
Slowenien: Lapajne, Podpecan, Skof - Backovic, Vugrinec (6), Kastelic (1), Kavticnik (5), Bedekovic, Tomsic (1), Simonovic (1/1), Pajovic (3), Ficko, Zorman (4), Lubej (4)
Schiedsrichter: Hansson/Olsson (Schweden)
Zuschauer: 7000
Strafminuten: 2 / 6