Glücklicher Verlierer Haas scheitert in Indian Wells
Indian Wells - "Ich spiele hier phasenweise, als wäre ich nicht 15 Monate, sondern gerade mal 15 Stunden weg gewesen", sagte Haas, 25, nachdem er mit dem 7:6 (7:4), 3:6, 6:3 gegen den früheren spanischen French-Open-Sieger Albert Costa beim ersten Masters-Turnier der Saison das Achtelfinale erreicht und die ungewohnte Anstrengung der letzten Tage etwas in den Knochen spürte: "Mein Kopf ist frei, aber vor allem die Schulter fühlt sich ein bisschen schlapp an."
Dies machte sich im Achtelfinale gegen den Argentinier Juan Ignacio Chela bemerkbar, als Haas nach einem 4:6 im ersten Satz und 2:1-Führung im zweiten die letzten fünf Spiele in Serie verlor.
Für den dreimaligen Wimbledonsieger Boris Becker, der wie viele Experten das Haas-Comeback mit einigem Staunen verfolgt, kam die vorherige Erfolgsserie nicht überraschend. "Vom Talent her kann Tommy jeden Gegner schlagen, das ist gar kein Problem", sagte Becker, "Die Frage ist jetzt, wie sein Körper nach der langen Pause reagiert."
Nach den beiden Erstrunden-Niederlagen in San Jose (gegen Vince Spadea) und Memphis (Alexander Popp) hatte Haas-Mentor Nick Bollettieri vehement gegen einen Start in Indian Wells plädiert und seinem langjährigen Zögling geraten, lieber erst bei Challenger-Turnieren die nötige Matchpraxis zu sammeln wie es einst Andre Agassi getan hatte. Doch Haas und sein Coach Red Ayme setzten sich durch, getreu Tommys Motto: "Ich kann, was ich will."
Immerhin ließ sich Haas in seinem ungeduldigen Ehrgeiz davon abhalten, auch noch das Turnier in Dubai zu spielen. "Red und Nick hatten viel Mühe, mich davon zu überzeugen, dass es besser ist, ein paar zusätzliche Trainingstage einzuschieben", so Haas.