Masters in Augusta: Watson siegt zum zweiten Mal
Bubba Watson Vom Quizmaster zum Masters-Meister
Für die Schönheit der Bahn hatte Bubba Watson keine Augen, als er an den Abschlag der 13. Bahn des Augusta National Golf Course trat. Vor dem 35-Jährigen lagen die Vorentscheidung im Kampf um das Grüne Jackett und 510 Yards traumhafte Spielbahn. Das satte Grün des Fairways, links neben der Bahn schlängelt sich der Rae's Creek entlang, rund 1600 Azaleen blühen zwischen dem Abschlag und dem Grün und geben diesem Loch seinen Namen: Azalea.
Doch Watson blickte nur auf seinen Ball, entschlossen schwang er mit seinem pinkfarbenen Driver durch, mit zusammengekniffenen Augen sah er dem Ball nach, der gerade startete und dann die gewünschte Linkskurve beschrieb. Ein perfekter Schlag unter immensem Druck, es folgte die Annäherung aufs Grün, zwei Putts - Watson notierte ein Birdie, ein Schlag besser als der Standard. Am Ende des Finaltages war Watson mit 69 Schlägen drei unter Par geblieben.
Da konnten auch der junge US-Amerikaner Jordan Spieth (72 Schläge) und der Schwede Jonas Blixt (71) nicht mehr mithalten. "Ich habe immer nur daran gedacht, Par um Par zu machen. Eigentlich kann ich mich gar nicht wirklich genau an die Löcher erinnern", sagte Watson nach seinem Triumph. Es gelang ihm, er verlor keinen Schlag mehr auf den Schlusslöchern. Wie schon 2012 durfte er ins legendäre Grüne Jackett schlüpfen, die neben dem Ryder Cup prestigeträchtigste Trophäe der Golfwelt.
"Das ist wirklich verrückt"
Nachdem seine Siegertränen getrocknet waren, sagte Watson: "Ein Kleinstadt-Junge mit dem Namen Bubba hat jetzt zwei Grüne Jacketts. Das ist wirklich verrückt."
Ganz so überraschend ist der erneute Triumph allerdings nicht. Watson ist längst mehr als ein reiner "Long Hitter", auch wenn der 1,91-Meter-Mann die PGA-Statistik der längsten Abschläge mit durchschnittlich 315,4 Yards anführt. In der Rubrik der getroffenen Grüns liegt er auf Rang 13. Bei neun gespielten Turnieren schaffte es Watson sechsmal in die Top Ten, nur Matt Kuchar (10/7) ist besser.
In der Weltrangliste liegt Watson auf Platz vier - nicht schlecht für einen Golfer, der nach eigenen Angaben noch nie eine Trainerstunde hatte. Watson lässt sich nicht gerne reinreden, er wisse selbst am besten, was gut für ihn ist, sagt der Linkshänder. Dazu passt seine Ablenkungsstrategie vor dem Schlusstag in Augusta: Unter dem Hashtag #MastersTrivia veranstaltete Watson bei Twitter eine Quiz-Runde mit Fragen rund um das Traditionsturnier.
Auf der letzten Runde hatte Watson seine Nerven dann im Griff. Anders als 2012, als er erst im Stechen den Südafrikaner Louis Oosthuizen besiegte, war es diesmal ein souveräner Sieg. "So war es deutlich besser für meine Nerven, meine Familie und wahrscheinlich auch für meinen Caddie", sagte Watson.