Masters-Sieger Spieth "Unfassbar beeindruckend"
Golfer Spieth: Woods & Co. die Show gestohlen
Foto: Jim Young / REUTERSAls Jordan Spieth auf die Welt kam, hatte Tiger Woods gerade zum ersten Mal den U.S. Junior-Amateur-Titel gewonnen und Bernhard Langer das Golf-Masters in Augusta. 22 Jahre später hängte Spieth, inzwischen 21, sie in Georgia alle ab: Der US-Amerikaner sicherte sich bei der 79. Masters-Ausgabe nach vier Tagen überragenden Golfspiels 1,7 Millionen Euro, das grünes Jackett und lebenslanges Master-Startrecht.
Spieth, der im Juli 22 Jahre alt wird, ist der zweitjüngste Sieger in der Geschichte des wichtigsten Golfturniers auf der PGA-Tour, nur Woods war 1997 bei seinem ersten von vier Erfolgen jünger. Zudem brauchte der Texaner nur 270 Schläge für seinen Sieg, so wenige wie Woods in eben jenem Jahr seines ersten Triumphes. Spieth schaffte 28 Birdies - ebenfalls Bestwert - und ist zudem der erste Golfer, der in allen vier Runden führte, seit dem US-Amerikaner Raymond Flloyd 1976 in Augusta.
Wer ist dieser junge Sportler, der bereits seit einiger Zeit als Amerikas nächste Golf-Hoffnung gilt?
Jugend: Spieth wurde am 27. Juli 1993 im texanischen Dallas geboren. Im Golf-Team der University of Texas startete er seine Amateurlaufbahn, 2009 und 2011 gewann er die U.S. Junior Amateur Golf Championship.
Profikarriere: Mit 18 Jahren wurde er Profigolfer, ein Jahr später holte Spieth seinen ersten Titel auf der PGA-Tour. Im September 2013 wurde er zum besten Nachwuchsspieler, dem Rookie of the Year, gekürt. 2014 gehörte er dem US-amerikanischen Ryder-Cup-Team an, das Europa in Gleneagles unterlag. Der Sieg in Augusta ist sein bislang größter Erfolg, doch schon in den Wochen zuvor hatte er mit Turniersiegen für Aufsehen gesorgt, unter anderem in Palm Habor, Florida.
Langfristige Pläne: An Selbstvertrauen mangelt es Spieth nicht. "Mein ultimatives Ziel ist es, der Beste auf diesem Planeten zu werden. Es wird sehr schwer, aber jetzt bin ich schon einen großen Schritt weiter", sagte er nach der Siegerehrung. Durch den Triumph verbesserte sich Spieth in der Weltrangliste mit 9,15 Durchschnittspunkten um zwei Positionen auf den zweiten Platz, der Abstand zum Führenden und Masters-Vierten Rory McIlroy (11,54 Punkte) ist jedoch stark geschrumpft.
Kurzfristige Pläne: Spieth wird nun etliche Interviews und offizielle Verpflichtungen abarbeiten müssen. Beim Turnier in der kommenden Woche in Hilton Head Island steht er zwar auf der Meldeliste, doch bislang wusste er noch nicht, ob er wirklich in South Carolina antreten wird.
Einschätzung der Kollegen: "Jordan spielte phänomenal", lobte Phil Mickelson, McIlroy fand die Vorstellung des jungen Konkurrenten "unfassbar beeindruckend". Für Justin Rose, der sich mit Mickelson den zweiten Platz teilte, war der Ausgang des Turniers spätestens neun Löcher vor dem Ende klar: "Sobald man dachte, einen Bruch in seinem Spiel erkannt zu haben, packte er wieder einen unglaublichen Putt aus", sagte der Engländer.
Stärken und Schwächen: Spieth erspielt sich vor allem auf den Grüns Vorteile, mit seinen Abschlägen steht er jedoch noch im Schatten McIlroys. An die Schlaglänge des Nordiren kommt er bislang nicht heran. "Rory hat vier Majors gewonnen, davon kann ich ja nur träumen. Und ich werde auch niemals so weit schlagen wie er, muss deshalb andere Dinge besonders gut machen", sagte Spieth. Ziemlich gut hat er bereits seine Nerven im Griff: Sollte er vor dem Schlusstag nervös gewesen sein, merkte man es ihm zu keinem Zeitpunkt an.