Golf Gewittersturm stoppt Langer
Ponte Vedra Beach - Bernhard Langer darf bei der Players Championship in Ponte Vedra/Florida zumindest eine Nacht lang vom ersten Sieg seit dreieinhalb Jahren träumen. Zum Zeitpunkt des Abbruchs der Schlussrunde wegen Dunkelheit lag der Anhausener nach neun gespielten Löchern als Vierter nur zwei Schläge hinter dem führenden US-Superstar Tiger Woods (zwölf unter Par). Die Fortsetzung findet am Montag statt; noch 22 Spieler müssen ihre von heftigen Winden geplagte Runde beenden, die wegen Regens zwei Stunden später begonnen hatte.
"Ich bin glücklich über mein Spiel. Ich hatte viele gute Schläge, und besonders mein kurzes Spiel ist sehr gut. Das braucht man auch, sonst hat man auf diesem extrem schweren Platz keine Chance", sagte der 43-Jährige. Seinen letzten von insgesamt 63 Turniersiegen weltweit hatte der Schwabe, der in diesem Jahr wieder verstärkt die US-Tour spielt, am 16. November 1997 beim Argentina Masters in Buenos Aires gefeiert.
"Die anderen interessieren mich nicht"
Nach seinem verhaltenen Auftakt mit 73 Schlägen arbeitete sich
Bernhard Langer mit konstant gutem Spiel immer weiter nach vorn.
Zweimal 68 lautete seine Bilanz, sogar die Spitze war plötzlich in
Reichweite. Der zweimalige Masterssieger wollte sich davon aber
nicht irritieren lassen: "Die anderen interessieren mich nicht, ich
konzentriere mich auf mein Spiel, und das ist auf diesem
schwierigen Platz schwer genug."
An der Spitze des Leaderboards war vor dem Finale noch alles
möglich. Tiger Woods machte auf den ersten neun Löchern gegenüber
dem nach der dritten Runde führenden Überraschungsmann Jerry Kelly
drei Schläge wett und und führte mit einem Schlag vor seinem
Landsmann sowie US-Masterschampion Vijay Singh von den Fidschis.
Hinter Langer (10 unter Par) folgte nach ebenfalls neun gespielten
Löchern das US-Duo Billy Mayfair (8) und Scott Hoch (7) auf den
Plätzen fünf und sechs.
Trauriger Vijay
Tiger Woods, der in der Vorwoche mit dem Sieg in Orlando seine
längste Durstrecke zu Beginn einer Saison beendet hatte, sah sich
im Klubhaus noch lange nicht als Sieger. "Jerry spielt sehr gut,
Vijay ist direkt vor mir und davor Bernhard. Alle sind so gut
drauf, dass sie gewinnen können", sagte der 25-Jährige, mit
geschätzten 200 Millionen Mark weltweit der Großverdiener im Sport.
Traurig über den Abbruch war vor allem Vijay Singh: "Ich hätte
liebend gerne weitergespielt, denn mein Schwung war gut."