Golf: Gögeles unerwartetes Ausrufezeichen - DER SPIEGEL
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Golf Gögeles unerwartetes Ausrufezeichen

Nach Wochen der Frustration hat Thomas Gögele zum Auftakt der European Masters in der Schweiz wieder eine anständige Golfrunde zu Stande gebracht.
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Crans-sur-Sierre - Thomas Gögele ist überraschend stark in die European Masters im schweizerischen Alpen-Kurort Crans-sur-Sierre gestartet. Als mit Abstand bester der fünf deutschen Golfprofis spielte der 30-Jährige Augsburger, der für den brandenburgischen GC Semlin startet, am Donnerstag eine 66er Runde. Damit rangiert der auf der Europa-Tour noch sieglose und in dieser Saison bisher enttäuschende Gögele zusammen mit Thomas Björn (Dänemark), Henrik Nystrom (Schweden), Dean Robertson und Gordon Brand jr. (beide Schottland) an gemeinsamer zweiter Stelle Runde. Der Argentinier Ricardo Gonzalez übernahm nach 65 Schlägen bei Par 71 die Führung nach der ersten Runde.

"So gut war ich schon lange nicht mehr"


"Es ist sehr schön, eine gute Runde gespielt zu haben. So gut war ich schon lange nicht mehr. Dieses Jahr war bislang sehr enttäuschend", erklärte Gögele nach dem Auftakt. Der Sohn eines Golflehrers spielt bereits seit zwölf Jahren auf der Profi-Tour, konnte bislang aber noch kein Turnier gewinnen. In der laufenden Saison ist er bereits 13-mal am Cut gescheitert.

Aufgrund der bislang schwachen Saison auf der European Tour hat Gögele sogar zeitweise ans Aufhören gedacht. "Ich war diese Saison nicht besonders motiviert gewesen, mir fehlte die Lust", begründete Gögele sein Abrutschen auf den 161. Rang der Order of Merit. "Ich bin seit 15 Jahren Profi und während dieser Zeit habe ich schon eine Menge Runde gespielt." Nur wenn Gögele am Ende der Saison unter die ersten 115 der Geldrangliste (Order of Merit) kommt, behält er weiter seine Berechtigung auf der European Tour zu spielen. Eine gute Platzierung beim Turnier in Crans-sur-Sierre könnte Gögeles verkorkste Saison retten.

Rückkehr zum alten Coach


"Einige Sponsoren-Deals kamen zuletzt nicht mehr zustande, deshalb musste ich sehen, dass ich wieder etwas Preisgeld einspiele", sagte Gögele. "Ich bin wieder zu meinem alten Coach (Denis Pugh aus England, Anm. der Red.) gegangen und in dieser Woche scheint die Arbeit Früchte zu tragen." Ob Gögele seine Karriere in den folgenden Jahren fortführen wird, weiß er aber selbst noch nicht: "Egal, ob ich in diesem Jahr noch meine Tour-Karte schaffe, im Winter werde ich in mich gehen und überlegen, ob ich es nicht Alternativen zum Dasein als Playing Pro gibt."

Nicht ganz so erfolgreich wie Gögele agierten die übrigen deutschen Spieler. In der ungewohnten Höhenluft, die die Bälle viel weiter fliegen lässt, startete Alexander Cejka mit 70 Schlägen an geteilter 37. Stelle. Sven Strüver, der dieses Europa-Tour-Turnier 1998 gewann, rangiert nach 72 Schlägen erst an geteilter 70. Stelle. Die beiden diesjährigen Tour-Neulinge Erol Simsek und Tobias Dier starteten mit jeweils 73 Schlägen sogar erst an gemeinsamer 93. Stelle unter den 156 Teilnehmern. Der Gewinner der European Masters kassiert umgerechnet 485.000 Mark der rund 3 Millionen Mark Preisgeld.