Golf Kaymer gewinnt in St. Andrews
Turniersieger Kaymer: "Ein Traum ist wahr geworden"
Foto: Ross Kinnaird/ Getty ImagesHamburg - Deutschlands Golfstar Martin Kaymer ist derzeit nicht zu stoppen: Nur eine knappe Woche nach dem Triumph mit der Europa-Auswahl beim Ryder Cup in Wales gewann Kaymer die prestigeträchtige Links-Meisterschaft auf dem Old Course im schottischen St. Andrews. Kaymers Preisgeld beträgt 580.046 Euro. Der zweite deutsche Teilnehmer Marcel Siem belegte mit 286 Schlägen den geteilten 37. Rang.
Nach seinen mäßigen Leistungen beim Ryder Cup knüpfte Kaymer an seine starken Vorstellungen an, die er vor dem Kontinentalvergleich zwischen Europa und den USA in dieser Saison bislang gezeigt hatte. Auf dem Par-72-Kurs spielte der 25-Jährige am Schlusstag eine 66 und gewann mit insgesamt 271 (68+69+68+66) Schlägen vor dem Engländer Danny Willett (274/67+73+67+67). Dritter wurde dessen Landsmann John Parry (275/67+65+71+72), der das Klassement vor der letzten Runde angeführt hatte.
"Das war eine fantastische Woche. Vom Ryder Cup zu kommen, ihn zu gewinnen und dann nach St. Andrews - ein Traum ist wahr geworden", sagte Kaymer. Die Entscheidung zu seinen Gunsten fiel auf der vorletzten Bahn. Dank eines spektakulären Putts, der von der Fahnenstange ins Loch fiel, gelang ihm am 17. Loch ein Birdie. Willetts Ball blieb dagegen knapp vor dem Loch liegen.
Für Kaymer war es der achte Sieg auf der Europa-Tour und der vierte Turniererfolg in diesem Jahr. Zuvor hatte er bereits die Turniere in Abu Dhabi, Hilversum und das Major in Kohler/Wisconsin gewonnen. Durch den Erfolg kletterte Kaymer in der Weltrangliste vom sechsten auf den vierten Platz, die beste Platzierung seiner Karriere. Auch seinem letzten großen Saisonziel, dem ersten Platz in der Geldrangliste "Race to Dubai", den er im letzten Jahr wegen seines Kartunfalls verpasst hatte, ist Kaymer einen großen Schritt näher gekommen.
Unterdessen verpasste Lee Westwood den Sprung an die Spitze der Weltrangliste. Der Engländer hätte mindestens Zweiter werden müssen, um den seit Monaten schwächelnden Superstar Tiger Woods vom Golf-Thron zu stoßen. Doch er landete mit 281 Schlägen (70+72+66+73) nur auf dem geteilten elften Platz. Woods führt die Weltrangliste bereits seit mehr als fünf Jahren an.