Golf Langer gibt sich zuversichtlich
St. Annes - Als Langer am 18. Grün zusah, wie sein 14-jähriger Sohn Stefan den letzten Trainings-Putt für ihn aus gut acht Metern einlochte, huschte tatsächlich ein Lächeln über das Gesicht des Anhauseners. Denn ausgerechnet mit Royal Lytham & St. Annes, wo die 130. British Open stattfinden, verbindet den 43-Jährigen eine tragische Geschichte. Seit 1976 versucht Langer die Open zu gewinnen. Bislang vergeblich. Dieses Jahr unternimmt er seinen 24. Versuch.
Vor allem aber hängt dem deutschen Vorzeigeprofi die 1996 auf dem windigen Dünenkurs südlich von Blackpool verpasste Qualifikation noch immer nach. Auch die mehr als 40 Monate währende Durststrecke ohne Toursieg nach weltweit 61 Erfolgen deutet eher auf einen Wechsel des zweimaligen Masters-Siegers in die Seniorenliga hin denn auf eine Fortsetzung seiner Profikarriere. Dies ist die eine Seite der Medaille.
Langers Topleistungen in den USA
Andererseits steht eine bislang hervorragende Saison in den USA, mit Top-Six-Platzierungen bei den letzten fünf gespielten Turnieren. Mit rund 1,35 Millionen Dollar ist Langer derzeit die Nummer 18 der US-amerikanischen Preisgeldrangliste. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Entscheidung, dieses Jahr verstärkt auf der PGA-Tour zu spielen, die richtige war.
Der 30-jährige Alexander Cejka, der sich ganz überraschend neben Langer für die British Open qualifizieren konnte, versucht wieder Anschluss an seine Form von 1995 zu finden. Damals kam der gebürtige Tscheche aus dem Nichts auf die Tour, gewann drei Turniere und katapultierte sich bis auf den 44. Platz der Weltrangliste. Nach Zeiten voller Trubel im Jetset und gut dotierter Werbeverträge ging es mit Cejka bergab. "Ich will den Neuanfang", sagt er nun, "ich bin ehrgeiziger als je zuvor."