Golf Langer glänzt zum Saisonabschluss
Valderrama - Beim 15. Finale der Europa-Tour der Profigolfer im spanischen Valderrama musste das Stechen zwischen dem Anhausener Bernhard Langer und dem Schotten Colin Montgomerie wegen Dunkelheit vor dem dritten Extraloch abgebrochen werden. Beide Spieler wurden zu gemeinsamen Gewinnern erklärt, womit beide auch jeweils zu ihrem ersten Saisonsieg kamen. Als Prämie erhalten Langer und Montgomerie jeweils 435.648 Euro. Auf den beiden ersten Extra-Löchern konnte keiner den entscheidenden Schlag in dem Kopf-an-Kopf-Rennen anbringen.
"Es war unmöglich weiter zu spielen", berichtete Langer. "Ich konnte kaum mehr etwas erkennen und Colin ging es ähnlich. Es wurde sogar versucht, einen Buggy mit Scheinwerfern zu Hilfe zu holen, doch die Bemühungen waren eher lächerlich. Wir sind uns schnell einig geworden, dass es richtig war, den Titel zu teilen." Montgomerie, der Ende September beim Ryder Cup in Birmingham zusammen mit Langer ein geniales Paar im europäischen Team bildete, konnte Langers Worten nur zustimmen: "Als die Entscheidung der Schiedsrichter kam, haben wir uns gegenseitig zum Titel gratuliert", so Montgomerie erleichtert. "Ich denke, in einem Ryder-Jahr, in dem zudem Europa gewonnen hat, passt es, dass ich diesen Titel mit meinem Ryder-Cup-Partner teile."
Sieben Wochen nach seinem Triumph im Ryder Cup hat Langer damit seinen nächsten großen Erfolg gefeiert. Nach 72 Löchern auf dem schweren Par-71-Platz im Süden Spaniens lag er mit 281 Schlägen (71+71+72+67) gleichauf mit Colin Montgomerie (70+69+72+70). Für beide Akteure war es der zweite Erfolg beim Tour-Finale.
Pech am 18. Loch
Pech und Glück lagen für Bernhard Langer in den Schlussminuten in Valderrama, wo er bei acht Starts sechsmal in den Top Ten landete, eng beieinander. Am elften Loch startete er mit einem Eagle an dem Par 5 seine fantastische Aufholjagd. Mit zwei weiteren Birdies eroberte Langer am vorletzten Loch die Führung. Doch eine Bahn später schien die Entscheidung zu Gunsten von Montgomerie gefallen zu sein, als Langers Birdie-Putt direkt an der Kante liegen blieb und Montgomerie zur gleichen Zeit am 17. Loch mit einem Birdie auf einen Schlag Vorsprung herausarbeitete.
Doch am Schlussloch büßte der Schotte, der vor 15 Monaten seinen letzten Sieg in Europa gefeiert hatte, mit einem unerwarteten Bogey wieder einen Schlag ein und machte damit das zweite Stechen in der Tour-Final-Geschichte nach 1992 notwendig. Auch damals war Montgomerie beteiligt, als er seinem Landsmann Sandy Lyle unterlegen war.
Cejka und Dier kassieren achtbare Schecks
Eine bessere Platzierung als Rang elf vergab der Münchner Alexander Cejka, der am Sonntag bei erneut windigen Bedingungen an den letzten drei Löchern vier Schläge verlor und insgesamt 289 Schläge (69+75+71+74) benötigte. Cejka, der am Dienstag im texanischen Houston die zweite Runde der Qualifikation für die US-Tour 2003 bestreitet, durfte sich mit 56.460 Euro trösten.
Achtbar zog sich bei seinem Masters-Debüt Tobias Dier aus der Affäre. Der Nürnberger, in diesem Jahr Sieger bei der Dutch Open in Hilversum, belegte mit 300 Schlägen (75+76+77+72) den geteilten 48. Platz und kassierte dafür 13.315 Euro.
Goosen gewinnt die Order of Merit
Europas Topverdiener ist wie im Vorjahr der Südafrikaner Retief Goosen. Der US-Open-Sieger vom letzten Jahr hatte als 35. mit 296 Schlägen in Valderrama zwar selbst keine Siegchance, konnte aber in der Abschluss-Geldrangliste von keinem Konkurrenten mehr eingeholt werden.
Goosens einziger Rivale um die Order of Merit (Geldrangliste), der irische Ryder-Cup-Spieler und Masters-Titelverteidiger Padraig Harrington, landete mit einem Schlag mehr (297) auf Rang 37. In der Endabrechnung lag Goosen mit 2,359 Millionen Euro ganze 25.001,60 Euro vor seinem Kontrahenten. Platz drei in der Endwertung belegte British-Open-Champion Ernie Els aus Südafrika (2,251 Millionen).