Golf Langer kämpfte wie ein Löwe
Nordwijk - Die letzte Stufe zum Siegerpodest hat Bernhard Langer bei den "Dutch Open" in Nordwijk auf Platz zwei nur um Millimeter verfehlt. Aber eine Woche nach seinem glänzenden elften Rang bei der British Open kassierte der 42-jährige Schwabe am Sonntag dafür auf dem Par 72-Kurs an der Nordseeküste immerhin noch rund 300.000 Mark. Mit 273 Schlägen (69+68+68+68) lag der Anhausener vier Schläge hinter dem Start-Ziel-Sieger Stephen Leaney (269-66+70+65+68), der bei seinem dritten PGA-Turniersieg 450.000 Mark aus der Gesamtdotierung von 2,7 Millionen Mark verdiente.
Der Australier wiederholte mit einer fehlerlosen Vorstellung bis auf einen einzigen Bogey an vier Tagen seinen Erfolg von 1998, als der 31-Jährige - damals in Hilversum - gewinnen konnte. 1997 hatte Sven Strüver dort seinen ersten von drei Titeln auf der europäischen Tour gewonnen. Der Hamburger Profi landete am Sonntag nach konstanten vier Runden mit 280 Schlägen (71+69+71+69) noch auf dem mit einem Konkurrenten geteilten 26. Platz. Thomas Gögele war bereits am Freitag mit 145 um einen Schlag am Cut (144) gescheitert.
"So dicht war ich lange nicht mehr an einem Sieg dran. Mit etwas mehr Glück auf den sehr langsamen Grüns hätte ich locker noch vier Birdies mehr spielen können", ärgerte sich Langer mehr über sich selbst, nachdem der seit November 1997 seinem weltweit 62. Sieg hinterherjagt. 18 Birdies standen gegen drei Bogeys nach den bemerkenswerten vier Runden unter der 70er-Marke auf seiner Scorekarte. Ein deutlicher Beweis seiner Topform, die sich schon im Weltklasse-Feld der British Open von St. Andrews angedeutet hatte.
Danach war Langer zu einem Einladungsturnier nach Norwegen geflogen, um sich dort auf das Turnier vorzubereiten, das er bereits 1984 in Rosendaelsche und 1992 schon in Nordwijk gewinnen konnte. "Mir liegen offenbar die Links-Kurse wie in Schottland und hier", lachte Langer, der in dieser Saison bei 13 Starts zwei Mal Rang zehn als bestes Resultat aufweisen konnte. Seinen letzten Titel gewann der zweimalige Masterssieger 1997 in Argentinien.
In der europäischen Geldrangliste machte Langer einen Sprung von Rang 34 an die Top-Zwanzig-Grenze heran. Mit bisher knapp 400.000 Euro Prämiengeld (rund 800 000 Mark) hat sich der Abstand zu Spitzenreiter Ernie Els (1,794 Millionen/Südafrika) und dem Nordiren Darren Clarke (1,768) in der "Order of Merit" aber nur unwesentlich verringert.