Golf: Langer knapp am Sieg vorbeigeschlittert - DER SPIEGEL
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Golf Langer knapp am Sieg vorbeigeschlittert

Bernhard Langer hat auch auf Hilton Head Island seine derzeit bestechende Form unter Beweis gestellt. Bei der mit 3,5 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung landete er auf einem hervorragenden dritten Rang.
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Hilton Head Island - Im Bunker am vorletzten Loch musste Golfprofi Bernhard Langer beim US-Turnier in Hilton Head Island die Hoffnungen auf seinen ersten Turniersieg seit dreieinhalb Jahren begraben. Der Anhausener, der erst am Loch zuvor mit einem Birdie zur vierköpfigen Spitzengruppe aufgeschlossen hatte, fiel nach einem missglückten Schlag aus dem Sand mit einem Bogey wieder einen Schlag zurück und musste sich mit Platz drei zufrieden geben. Mit insgesamt 274 Schlägen lag der 43-Jährige gleichauf mit Vijay Singh (Fidschi), Carl Paulson und Scott Verplank (beide USA).

Die Entscheidung über den Turniersieg fiel erst am nächsten Tag, denn das Stechen zwischen dem Argentinier Jose Coceres und dem US-Amerikaner Billy Mayfair musste am Sonntag nach dem zweiten Extra-Loch wegen Dunkelheit abgesagt werden. Beide Spieler hatten 273 Schläge benötigt. Am folgenden Morgen setzte sich dann Jose Coceres, der erst sein zehntes Turnier in den USA spielte, am insgesamt fünften Loch des Stechens mit einem Par gegen Mayfair durch und kassierte einen Siegerscheck in Höhe von 630.000 Dollar. Zudem erhält der 37-Jährige die Spielberechtigung für die US-Tour bis 2003. Coceres ist zurzeit Mitglied der Europa-Tour.

"Das waren vier gute Tage für mich"


"Es ist natürlich ärgerlich, wenn man zwei Löcher vor dem Ende in Führung liegt. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Spiel. Das waren vier gute Tage für mich", sagte Bernhard Langer, der in South Carolina mit dem dritten Top-10-Resultat in Serie seinen Aufwärtstrend bestätigte. Zuvor hatte der Schwabe bei der Players Championship in Ponte Vedra ebenfalls Platz drei und danach beim Masters in Augusta Rang sechs belegt.

Mit nun insgesamt 936.311 erspielten Dollar schob sich Langer in der Geldrangliste der Golfprofis auf den 14. Platz vor. Sollte Billy Mayfair das Stechen nicht gewinnen, wäre Langer sogar die Nummer 13. Spitzenverdiener ist der Weltranglistenerste Tiger Woods, der es in den ersten dreieinhalb Monaten des Jahres bereits auf rund 3,26 Millionen Dollar brachte. Woods hatte nach seinem Masters-Triumph eine Turnierpause eingelegt.

Vier Runden unter 70 Schlägen


Bernhard Langer, der 1985 in der Woche nach dem ersten seiner beiden US-Masters-Triumphe auch in Hilton Head Island gewonnen hatte, gelang auf dem Par-71-Kurs als einzigem Spieler das Kunststück, an allen vier Tagen weniger als 70 Schläge zu benötigen. Dies spricht für die Konstanz des Anhauseners, der zuletzt am 16. November 1997 beim Argentina Masters einen Turniererfolg errungen hatte. Doch sein 64. Turniersieg liegt förmlich in der Luft, auch wenn er selbst abwiegelt: "Es muss alles zusammenpassen. Es würde mir auf jeden Fall sehr viel bedeuten."

Dass er mit der Spitze mithalten kann, hat Langer nun schon zum wiederholten Mal unter Beweis gestellt. Mit seinen neuen Schlägern hat er ein perfektes Material gefunden, und mit seinen neuen Bällen kommt er auf eine vorher von ihm nie erreichte Schlaglänge. Dies hilft dem gewieften Taktiker, sein Spiel besser zu kontrollieren. Für ihn ein unschätzbarer Vorteil.

Von Frank Hoffmann, sid