Golf-Masters: Langer schnuppert am grünen Jackett - DER SPIEGEL
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Golf-Masters Langer schnuppert am grünen Jackett

Nach einer großartigen dritten Runde bei den Masters in Augusta hat sich Bernhard Langer in eine hervorragende Position gebracht. Mit 213 Schlägen liegt er nur drei Schläge hinter den führenden US-Amerikanern Phil Mickelson und Chris DiMarco. Dagegen erlebte Alex Cejka am berüchtigten moving day einen schwarzen Tag.
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Augusta - Mit seiner Bisher besten Runde von 69 Schlägen hat sich Langer vom 14. auf den geteilten vierten Rang vorgearbeitet und somit die Chance gewahrt, nach 1985 und 1993 seinen dritten Sieg bei ersten Majorturnier der Saison einzuspielen. Mit 213 Schlägen (71+73+69) lag der 46-Jährige auf dem Par 72-Kurs in Georgia nur drei Schläge hinter dem Führungsduo Chris DiMarco und Phil Mickelson (je 210/beide USA). Mit den schlaggleichen Ernie Els (Südafrika) und K.J. Choi (Südkorea) lag Langer hinter dem auf Platz drei verbesserten Engländer Paul Casey (212) auf der Lauer.

Cejka eingebrochen

Während Langer mit seinem starken Auftritt Hoffnungen weckte, erlebte der nach zwei Runden an Platz zwei liegende Alexander Cejka am berüchtigten moving day ein Ende mit Schrecken und fiel nach einer 78er-Runde mit 216 Schlägen auf den 16. Platz zurück. Den bis Freitag allein führende Engländer Justin Rose (219-69+71+81), der mit Cejka unterwegs war war, traf es nach 81 Schlägen noch härter. Der mit 23 Jahren Jüngste im Feld der 44 Spieler nach dem Cut brach völlig ein und fand sich wie Tiger Woods (219/USA) auf Platz 20 wieder. Der Weltranglisten-Erste Woods, der acht Major-Titel und davon drei 1997, 2001 und 2002 in Augusta gewonnen hat, wartet seit dem 16. Juni 2002 auf Major-Sieg Nummer neun.

"Der Rhythmus hat gestimmt. Wenn nur der eine oder andere Putt noch gefallen wäre", freute sich Europas Ryder Cup-Kapitän Langer, "auch nach den zahlreichen Veränderungen des Platzes habe ich hier noch genug Erfahrung, um am Sonntag ganz oben mitspielen zu können." Am 15. Loch gelang dem Altmeister sogar ein Eagle (zwei Schläge unter Par) und die Runde hätte sogar noch besser ausfallen können, wenn er am 18. Loch noch eine klare Birdie-Chance genutzt hätte.

Abgabe des Kapitänsamt für Langer kein Thema

Insgesamt benötigte Langer lediglich 27 Putts und erwies sich als treffsicher, was Spielbahnen (11 von 14) und Grüns (12 von 18) anging. "Ich habe mit meinem rechten Fuß ein wenig offener gestanden und beim Rückschwung meine rechte Hüftseite etwas mehr gedreht", gab Langer eine mögliche Erklärung für seine tolle Vorstellung ab. Die Diskussion, ob er sich nach diesem bislang guten Ergebnis sein Kapitänsrolle im europäischen Ryder-Cup-Team zugunsten eines Platzes als Spieler abgeben würde, würgte Langer jedoch schon im Ansatz ab: "Ich will der Kapitän sein, denn ich habe bereits viel Arbeit in dieses Amt gesteckt. In dieser Position sind viele persönliche Beziehungen und Entscheidungen zu treffen und egal, wie gut oder schlecht ich spiele, ich stehe zu meinem Entschluss."

Cejka ärgerte sich hingegen über sechs verlorene Schläge auf den Löchern 10, 11, 17 und 18: "Das war sehr schmerzhaft", gab der inzwischen in Florida lebende Cejka zu. Nach dem 18. Abschlag suchte er minutenlang vergeblich den Ball im Unterholz, musste zurück zum Abschlag und kassierte dafür nach sieben Schlägen auf dem Par vier den Triple-Bogey, der ihn weit zurückwarf.

Berfreit sich Mickelson von seinem Fluch?

Noch einen Schlag mehr als Cejka hat Tiger Woods auf dem Konto, dessen angekündigte Aufholjagd ausblieb. Wie schon zum Auftakt leistete sich der Amerikaner erneut eine 75er-Runde und hat mit 219 Schlägen (75+69+75) auf dem geteilten 20. Platz neun Schläge Rückstand zur Spitze. Gleichauf mit Woods liegen auch Rose und der Spanier Jose Maria Olazabal. Olazabal büßte durch eine 79er-Runde Platz zwei (71+69+79).

Gut gelaunt zeigte sich indessen der führende Mickelson, der sich an diesem Wochenende von einem Fluch befreien könnte. Der Linkshänder wurde bisher stets mit dem zweifelhaften Makel eines "BPWNWM" ("best player, who never won a major") belegt. Doch in diesem Jahr könnte sich Mickelson diesen Bann abstreifen, denn noch nie lag der Kalifornier bei einem Majorturnier in solch günstiger Ausgangsposition. "Ich habe schon gute Abschlussrunden in der Vergangenheit gespielt und glücklicherweise habe ich viel daraus lernen und beweisen können, dass ich auch am Sonntag erfolgreich sein kann", sprach sich Mickelson vor der Anschlussrunde Mut zu.