Golf-Masters Vijay Singh auf Titelkurs
Augusta - Bernhard Langer hat bei seiner 20. Masters-Teilnahme zum 19. Mal den Cut geschafft, doch gewinnen kann Deutschlands bester Golf-Profi das erste Major-Turnier der Saison in Augusta wohl nicht mehr. Der Anhausener hat nach einer Par-Runde mit 72 Schlägen und hat als 23. zur Halbzeit mit insgesamt 145 bereits zehn Schläge Rückstand auf Spitzenreiter VijaySingh (Fidschi-Inseln). "Dass ich wieder unter den Besten bin, bedeutet, dass ich relativ konstant spiele. Aber ich bekomme letztlich nichts dafür", kommentierte Langer seine Leistung.
Langer begann sehr konzentriert und lag zur Hälfte des schweren Kurses zwei unter Par. Doch wie schon zum Auftakt geriet er mit einem Bogey am 14. Loch aus dem Rhythmus und nach dem erneuten Doppel-Bogey am 15. Loch beinahe aus der Fassung. "Das ist ein bisschen frustrierend. Ich habe solide bis sehr gut gespielt und dann macht man sich an zwei Löchern alles kaputt", fluchte Langer nach der zweiten Runde, die wegen starken Regen am Freitag abgebrochen und erst am Samstag zu Ende gespielt werden konnte.
Den Spitzenplatz übernahm Vijay Singh, der mit 65 Schlägen seine bisher beste Runde beim Masters spielte. Mit 135 führte er knapp vor dem Südafrikaner Retief Goosen, der am Samstag mit 67 Schlägen ins Clubhaus kam und nur einen Schlag zurück liegt. Sein Landsmann Ernie Els ist mit 137 Dritter. Dahinter teilen sich fünf Profis mit 139 den vierten Rang, darunter auch Tiger Woods. Der Titelverteidiger spielte am Samstag eine 69er Runde.
Langer: "Zwei unglaubliche Runde müssen her"
Trotz seines großen Rückstands hat Langer den dritten Sieg nach 1985 und 1993 noch nicht endgültig abgeschrieben. "Es können noch alle Spieler, die innerhalb von zehn Schlägen liegen, gewinnen", prognostizierte er ein spannendes Finish. Allerdings schränkte der 44-jährige Schwabe ein: "Für jemanden wie mich müssten aber zwei unglaubliche Runden her."
Ungleich optimistischer gibt sich der Führende: "Ich habe mich selten so wohl auf dem Platz gefühlt wie in diesem Jahr." Geht es nach Singh, sollte sich die Konkurrenz für das Masters-Finale wenig ausrechnen: "Ich spiele besseres Golf, als bei meinem Sieg vor zwei Jahren. Das müsste mich sicher durchs Turnier bringen."