Golf Simsek und Cejka scheitern am Cut
Meridan - Tobias Dier aus Nürnberg ist der einzige der drei deutschen Golfprofis bei der "Englisch Open" in Forest of Arden, der sich für die letzten 36 Löcher qualifizieren konnte. Der 25-jährige Tour-Neuling verbesserte sich am Freitag auf dem schwierigen Par-72-Kurs nach 144 (73+71) Schlägen sogar vom 30. auf den mit sieben Konkurrenten geteilten 17. Rang.
Dagegen machte sich im Lager von Tour-Neuling Erol Simsek (Syke) und vor allem beim schon dreimaligen Tour-Sieger Alexander Cejka (München) Ernüchterung breit. Beide verpassten den überraschend hohen Halbzeit-Cut von 149 Schlägen für die besten 76 von 156 Teilnehmern. So schieden Simsek nach 153 (73+80) Schlägen an 115. Stelle und Cejka nach 155 (79+76) Schlägen an 128. Stelle vorzeitig aus.
Simsek mit verpatztem Start
Simseks zweite Runde begann katastrophal. Nach einem Par am ersten Loch folgte bereits ein Bogey, dem mit einem Tribleybogey am Par-5 dritten Loch noch die Krone aufgesetzt wurde. Auch Profis geht es da wie dem gemeinen Amateur, der sich von so einem Schrecken erst mal nicht erholt. Bei Simsek war es ähnlich.
Nach dem Triblebogey folgte gleich noch das Doublebogey an der Vier. Sechs über Par nach vier Löchern, das klingt nach dem Beginn eines Spieler mit Handicap 22. Doch der 30-Jährige konnte sich über die Runde wieder sammeln und lag nach 13 Löchern mit einem Gesamtergebnis von minus 6 auch noch im Bereich des Cuts, ehe er mit drei Bogeys auf den letzten fünf Löchern seinen enttäuschenden Arbeitstag abschließen musste. "Jetzt werde ich das Wochenende auf der Driving Range verbringen müssen. Immerhin ist das eine tolle Anlage hier", seufzte Simsek anschließend.
Scott liegt in Führung
Die Führung übernahm der erst 20-jährige Australier Adam Scott, der erst in dieser Saison ins Profilager der European Tour wechselte, nach 137 (67+70) Schlägen überraschend vor dem Südafrikaner Jean Hugo mit 138 (70+68) Schlägen. Der Gewinner dieses Europa-Tour-Turniers kassiert umgerechnet 436.000 Mark der insgesamt 2,5 Millionen Mark Preisgeld.
Sorgen indes im Lager von Colin Montgomerie. Der Schotte, der in dieser Saison nach vielversprechendem Beginn auf Turnieren in Australien und Asien bislang unter seinen Erwartungen geblieben ist, musste am Freitag nach drei gespielten Löchern wegen Rückenbeschwerden aufgeben.
Am Tag zuvor hatte er eine wenig zufriedenstellende 76er-Runde gespielt, was auf einen Zusammenhang mit den Rückenproblemen schließen lässt. Die Verletzung könnte die ehemalige Nummer eins in Europa zu einer Absage der US Open in der kommenden Woche in Tulsa zwingen. "Im Augenblick weiß ich nicht, ob ich nächste Woche in Tulsa spielen kann", berichtete der 37-Jährige.
Montgomerie musste aufgeben
Montgomerie hatte am Tag zuvor noch darauf bestanden, dass sein schlechtes Abschneiden nichts mit einer eventuellen Verletzung zu tun haben könnte, doch am Freitag wurde der zuweilen launige Schotte zur Einsicht gezwungen.
Zu den in dieser Saison überraschend präsenten Puttproblemen kamen bei der English Open noch schlechte Schläge vom Tee und Fairway hinzu. "Mein Rücken war so steif, dass ich überhaupt nicht richtig drehen konnte", gab "Monty" eine plausible Erklärung ab. "Manchmal konnte ich mich nicht einmal bücken, um den Ball aufzuteeen. Ich lag überall, in den Wäldern, im Rough, im Sand oder sonst wo. Sogar meine Mitspieler und deren Caddies haben sich gewundert. Es hatte keinen Sinn mehr."
Die Verletzung Montgomeries kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in der Saison. Denn in den nächsten Monaten sollten fleißig Punkte für die Ryder-Cup-Qualifikation gesammelt werden. Wer weiß, ob Colin Montgomerie in dieser Hinsich nicht ins Hintertreffen gerät. Derzeit liegt er in der Qualifikations-Rangliste an zwölfter Stelle. Nur wer unter ist die ersten zehn kommt, wird für einen der zwölf Plätze automatisch eingeladen. Zwei Wildcards hat der europäische Ryder-Cup-Kapitän Sam Torrance zusätzlich.