Golf Stenson düpiert die Golfelite
Birmingham - Die deutschen Golfprofis Bernhard Langer und Sven Strüver haben die Generalprobe für die "Deutsche Bank/SAP Open" verpatzt. Vier Tage vor dem Start bei dem mit 5,3 Millionen Mark dotierten Wettbewerb in St. Leon-Rot haben sich sowohl Langer als auch Strüver beim Turnier der Europa-Tour im englischen The Belfry nur Mittelfeld wiederfinden können. Besonders die Leistung von Bernhard Langer war eine Überraschung im negativen Sinn.
Mit einer 77er-Runde am Schlusstag war Langer regelrecht eingebrochen und rutschte mit insgesamt 291 Schlägen (72+69+73+77) von Platz 24 auf Rang 57 zurück. Der Anhausener, der zuletzt auf der US-Tour mit Top-Platzierungen geglänzt hatte, spielte am Sonntag seine schlechteste Runde seit langem und war am Ende gar nur zweitbester Deutscher hinter Sven Strüver.
Enttäuschung vor den Augen des Ryder-Cup-Kapitäns
Langer konnte die Erwartungen bei seinem Saisondebüt in Europa in den englischen Midlands nicht erfüllen. Sieben Bogeys und nur zwei Birdies auf der vierten Runde waren eher ungewöhnlich für den Präzisionsarbeiter. Die neuen Eisen und der lange "Besenstiel-Putter" lagen Langer nicht mehr so gut in der Hand, vielleicht lag es an der Zeitumstellung. Fast 31 Putts pro Runde und eine Abschlags-Ungenauigkeit von mehr als 50 Prozent waren der Grund für den misslungenen Einstand auf dem Platz, auf dem im September der Ryder Cup gegen die USA ausgetragen wird. Tragisch für Langer, dass ihm dieses Missgeschick ausgerechnet vor den Augen von Sam Torrance geschah. Der Schotte, der am Samstag wegen einer Verletzung aufgeben musste, wird im September die europäische Auswahl als Kapitän führen. Langer hatte noch Anfang der Woche die Ryder-Cup-Teilnahme als sein wichtigstes Saisonziel erklärt, dem er alles unterordnen möchte.
Sven Strüver beendete die Konkurrenz auf dem Par-72-Kurs mit einer Par-Runde und insgesamt 287 Schlägen (74+66+75+72) auf dem 27. Platz. Während sich Langer mit einer Prämie von knapp 10.000 Mark begnügen musste, erhielt Strüver noch knapp 32.000 Mark. Nicht mehr dabei waren am Wochenende der Nürnberger Tobias Dier und Thomas Gögele aus Semlin, die beide am Cut gescheitert waren.
Eine Riesenüberraschung gab es an der Spitze. Der Schwede Henrik Stenson hatte von Anfang in Führung gelegen und siegte in souveräner Manier. Der 25-Jährige, der sich im vergangenen Jahr als Nummer eins der Challenge-Tour die Spielberechtigung für die große Tour gesichert hatte, triumphierte mit 275 Schlägen (66+68+71+70) vor dem Iren Paul McGinley (278-66+72+70+70) und dem Argentinier Angel Cabrera (278-70+70+69+69). Stenson kassierte für seinen Erfolg einen Siegerscheck in Höhe von 524.0000 Mark und die Berechtigung in den nächsten fünf Jahren auf der European Tour spielen zu dürfen.